Italien -Region Sizilien- (15.05.2015)

8,50€ kosteten die 95 Kilometer von Catania nach Gela mit dem Bus. Immernoch bekanntlich günstig hier in Italien, aber momentan für mich eben auch teuer…. deshalb spare ich mal beim Essen; lasse die duftenden Schnellimbisse in der schrulligen Stadt Gela links liegen und sammel mir den billigsten Stoff im Essens-Ramsch-Markt zusammen, zahle 3,10€ um heute satt zu bleiben.
Zum Glück lässt der Durchfall nach, bin eh wenig hungrig und finde mich etwas lethargisch durch die gammeligen Gassen dieser Stadt zurecht, -zu sehen gibt’s wirklich kaum was, lediglich eine uralte Kirche im Zentrum, aber ansonsten erinnere ich mich daran was ein Sizilianischer Freund erzählte: Gela sei die häßlichste Stadt der Insel, ja ganz Italiens….
Was nicht so ganz abwegig ist, denn hier sieht es so ein bischen danach aus als wäre man in Tunesien oder in der Türkei; überall halbfertige Rohbauten, viele Ruinen, löcherige Gehwege und verwilderte Parks.

Dabei war Gela schon vor 2700 Jahren von den Griechen gegründet, mal eben so alt wie Rom, wenngleich so gut wie nichts mehr davon zu sehen ist.

Am Strand bin ich ganz allein, schlage mich ins weite Buschland dort un baue das Zelt wunderbar versteckt im Astwerk eines vom Sturm geknikten Baumes.

Italien -Region Sizilien- (15.05.2015)

Na, wer sieht mich? So tief im Dickicht hatte ich noch nie gezeltet. Vorsicht soll ich walten lassen, sagte mir noch eine Deutschsprachige Frau in Gela, da hier nicht wenige Banditen den Strand, vor allem Abends und Nachts unsicher machen…. die hatten aber keine Chance mich überhaupt zu sehen 🙂

Italien -Region Sizilien- (14.05.2015)
Auf geht’s wieder. Meine zwei Tage des ankommens in Catania sind vorbei. Heute ziehe ich wieder los, raus aus dem engen Muff des vollen Mehrbettzimmers das mir erstmal 17 € die Nacht kostete. Das Hostel war aber nötig um ganz relaxt in die Tour zu starten, trotz meiner kleinsten Reisekasse die ich je hatte: knapp 600 € sollen für die nächsten drei Monate reichen, bis mich meine Familie am Olymp, dem großen Berg in Griechenland mit dem Auto abholen. Doch bis dahin ist es noch sehr weit; heute suche ich den Bus nach Gela in Südsizilien, und werde dort irgendwo am Strand schlafen, morgen dann nach Syrakusa und dann wieder hoch bis Messina bis rüber ans Festland… gute Aussichten, wenn da nicht der schlimme Durchfall wäre, der schon die ganze Nacht ein wahrer Hostel-Albtraum war. Doch ich will weiter… will raus …

(Bild: Am Dom von Catania ziehe ich gleich vorbei zum Bahnhof, zwei Kilometer weiter. Hier liegt auch das “Agora Hostel” ganz zentral nahe dem Dom)

Italien -Region Sizilien- (13.05.2015)

Natürlich könnte ich schönere Bilder aus Catania posten, doch öfter sind es die kleinen Sachen hinter den Kulissen der Urlaubsbilder in Postkartenniveau, die sich auch einprägen; nach dem großen Fischmarkt wird aufgräumt, und auch der dekorative Schwertfisch hat ausgedient; noch kürzlich glänzten seine schnellen Augen in unentlicher Freiheit seiner tiefblauen Heimat…. jetzt aber sind sie nur noch matt im Müll.

Italien -Region Sizilien- (13.05.2015)

Auch auf Reise: Die vielen Flüchtlinge, gekommen in kleinen Booten aus Afrika finden hier auf Sizilien meist Unterschlupf in den vielen Ruinen alter Industriebauten. Dieses Bild machte ich spontan am Rande der großen Hafenstraße durch das Loch eines Bretterzaunes. Was wir in den Nachrichten sehen ist hier offensichtlich; viele Somalis, Sudanesen oder Syrer irren durch die enge Stadt, finden dennoch irgendwo ein Versteck.

Italien -Region Sizilien- (13.05.2015)

In Catania war ich ja schon, und heute ist einfach nur ein Tag zum ankommen angesagt.
Zu sehen gibt’s deshalb nicht viel neues, doch im anderen Glanz des Wonnemonats Mai, sieht die Sache schon ganz anders aus; klares Wasser, bunte Fischerboote und Sonnenschein satt…. Sizilien wie ich es im Winter nicht fand.

(Bild: Einer der Fischerhäfen Catanias)

Italien -Region Sizilien- (12.05.2015)

Noch gucke ich ziemlich fertig aus der Wäsche, da die letzten Tage und Wochen echt anstrengend waren…. viel nachgedacht übers Wanderleben, über die Familie Daheim…. es hat Änderungen gegeben die anstrengend waren, aber eben auch gut sind.
Zudem litt ich an Platzangst die plötzlich von heut auf morgen daherkamen. Nicht gerade wirklich Stoff aus dem tolle Posting-Geschichten sind.

Doch erstmal geht’s weiter; der tiefste Süden Italiens, dann rüber nach Albanien, dem Kosovo und zuletzt Griechenland. Am 15.08 kommt die Familie mich am Olymp bei Thessaloniki abholen mit dem Auto.

Bilder: Tomatensaft & Thavor Superpillen -für den Fall der Fälle- … hoch über den Wolken geht eben nix ohne Tomatensaft, sehr wohl aber ohne Thavor. Hab sie nicht gebraucht 🙂

Fliegen war eh nie mein Ding, aber ich werde es zukünftig öfter machen müssen, oder eben auch wollen, da es sonst nur jahrelang ohne meine Familie, ohne Freund Georg ganz allein auf dem langen, ewigen Weltweg ginge.

Italien -Region Sizilien- (12.05.2015)

Jajajajajaja….. wer ist den da wieder online? -Oder wieder im Wanderleben???

Man, man, man…. was habe ich die letzten Monate für Sachen erlebt, alles abseits des grooooßen Weltweges, aber dafür in den noch weiteren und verwinkelteren Windungen des menschlichen Gehirns; plötzliche Flugangst und überhaupt komische Platzängste ergriffen mein eigentlich so wagemutiges Herz aus heiterem Himmel…. och, ich könnt jetzt erzählen…. ohne ende.
Aber egal, nach einem vermasselten Flug und vielen Gesprächen ist nun alles wieder beim alten; ich bin wieder da, bin wieder dort wo ich im Januar unterbrochen hatte: AUF SIZILIEN, wieder in Catania, und die Tour geht weiter.

So, erstmal zum “Schicken Spot”, da wo es schon im Februar 2014 so lecker und billig war…. und din ganzen Flug mit all den Erwartungsängsten sacken lassen. Tage um Tage bangte ich dem finalen Tag entgegen, war lange Zuhause im Gastbett meines Elternhauses. ….Ob ich das schaffe, in der engen Röhre über die Wolken gen Süden zu schießen?
Fühlt sich wie vor eine finalen Semesterprüfung an, aber siehe da, am Airport war alles einfach wieder gut…
Soll wohl nur eine “Phase” im Leben gewesen sein, wie ein Freund und Phsychologe mal vorrausschaute.
Stimmt, fühlt sich genau auch so an 🙂

Heimaturlaub (24.03.2015)
Geld regiert die Welt, und somit muss auch ich rann; Strauchschnitt, Heckenschneiden, und Baumfällung. – Wer mir Kettensäge und Heckenschere stellt, hat im nu keine Probleme mehr mit seinen zu hohen Tannen, verwilderten Hecken, oder zu langen Ästen an seinen Bäumen. Das alles für eine Spende für’s Wanderleben.

(Bilder: Bei der Arbeit in Trier und Umland.)