Italien -Region Kalabrien- (17.05.2015)

Der Zug poltert gen Norden, vorbei an riesengroßen Raffinerien und seltsamen Fabriken, da wo Italien alles andere als Postkartenhaft aussieht, vorbei an Catania, meiner Lieblingsstadt auf der Insel, und letztlich nach Messina wo in allerletzter Sekunde (!) die Fähre hinüber ans Festland geschafft ist…… gleich nach meinem Sprung auf’s Deck, schließen die mächtigen Rampen und Messina rückt ferner und ferner….
Ich genieße das Glück jetzt hier zu sein; in Messina geht erst in sechs Stunden das nächste Boot rüber.

Kalabrien steht mir nun (wieder) bevor. Diesmal durchreise ich diese Region an Italiens Stiefelspitze südwärts in Richtung Osten, immer entlang dem blauen Meer.

Italien -Region Sizilien- (17.05.2015) Stadt: Syrakusa (122.000 Einwohner) —— In der Bucht von Syrakusa, mit tollen Blick auf die Stadt hatte ich meine vier Sterne Nacht verbracht. Leider kann ich mich nicht waschen, weil das Wasser sowas von voll mit Algen ist, und überhaupt ziemlich muffig riecht. Plangemäß wäre das mein letzter Tag auf dieser großartigen Insel. Ich latsche anschließend den langen Asphaltweg zurück, überstehe eine hautnahe Begegnung mit zwei fürchterlich schäbigen Monster-Hunden, die mir einige hundert Meter folgen, sehr nahe kommen…. doch plötzlich (und endlich) waren sie weg… ….. ….. außerdem ist ja heute der tote Tag in Italien. Am Sonntag soll man sich in diesem Land schon glücklich schätzen, dass man überhaupt auf der Straße sein darf. Alles ist komplett in bekanntlicher Sonntagsstarre, alles ist dicht und ausgerechnet heute will ich die 200 km nach Messina schaffen und auf’s Festland (Kalabrien) rüber…. und so kommt es: Der nächste Bus (oder der einzige) kommt (wahrscheinlich) erst in fünf Stunden…. sagt ein Passant, da sowieso kein Ticketschalter in Betrieb ist. Hmmm, der desolate Bahnhof wäre zumindest mal ein Versuch wert, kann ja eh nichts anderes jetzt machen. Ah ja, Glück: In zwei Stunden geht der einzige Zug für heute, nach Norden sogar bis Rom. Ich löse ein Ticket bis Messina…. und zahle saftige 19,50€ …. das haut rein; “Intercity-Züge” kosten in Italien viel mehr als die gewöhnten Regionalzüge oder Busse. Doch die fahren am heiligen Sonntag aus Gottesfurcht eben nicht. Das kostet mir finanziell ordentlich Buße …

Italien -Region Sizilien- (16.05.2015) Stadt: Syrakusa (122.000 Einwohner) ——- In einem Hotel frage ich einfach nach einem Stadtplan, bekomme den auch und staune über dessen Größe, kann somit ungefähr abschätzen, wo ein diskretes Zelten nahe der Stadt möglich wäre. Die Grünfläche südlich dürfte passen, dort ziehe ich nun hin um mein Lager aufzuschlagen…. vorher aber beschaffe ich die üblichen Leckereien, schleppe mich doof & dusselig diese lange, staubige Ausfallstraße ca 3 Kilometer ab, bis ein Weg weg von der Straße durch Schilf, wilde Müllkippen und dubiosen Gewerbeflächen zu einem ungepflegten Strand führt. Mein Hotel für heute *freu*

Italien -Region Sizilien- Stadt: Syrakusa (122.000 Einwohner) ——— In solch alten Häusern leben selbst in dieser ältesten Stadt Italiens nur wenige; über 500 Jahre steht dieses Haus in Syrakusas ältesten Wohnvirtel, gleich einige hundert davon in der Nachbarschaft. Einer der Orte wo ich die schwere Tasche ablege und einfach Pause mache …

Italien -Region Sizilien- (16.05.2015) Stadt Syrakusa (122.000 Einwohner) —— Der Apollo Tempel, oder eben das was davon übrig ist, zeugt einzig von Syrakusas großer Geschichte; 2600 Jahre alt sind diese Gemäuer (rechts im Vordergrund) -erbaut zu Zeiten als die Römer erst noch laufen lernten. Jaja, die Griechen…. die waren überall mal die ersten ………….. und heute brechen selbst ihre Banken in Trümmern zusammen …

Italien -Region Sizilien- (16.05.2015) Stadt Syrakusa (122.000 Einwohner) ———– Wieder rattert der Kleinbus durch sagenhafte Landschaften, alte Städte und immer das blaue Mittelmeer zur rechten. Syrakusa, oder das alte Syrakus einst vor 3000 Jahren von den Griechen gegründet, wäre nun mein letztes Ziel hier auf der großen Insel Sizilien. Das alte Ortigia, -so heißt die Altstadt die auf einer Insel liegt, überschaue ich schnell, wobei ich träge mir Zeit lasse; 20 Kilo Gepäck bei drückenden 30 Grad lassen mich kaum zum flotten Touristen werden, und überhaupt sieht hier ein Touri-Rentner müder als der andere aus…. ja, Ortigia, Syrakusas Altstadt wäre sogar noch schöner, ja die schönste aller sizilianischen Städte, wenn da nicht das typische Leben fehlt; fast ausschließlich den Touristen mit all ihren feinen, sterilen Restaurants, Hotels und vielen Sternen dazu, gehört hier das alte Pflaster. Das einheimische Durcheinander wie in Catania, sehe ich hier nirgends. Dennoch tut der Ort gut und auch die Tonnenlast auf meinen Schultern stört irgendwie kaum; ich setze mich oft ab, träume unter dichten Fikus-Bäumen oder stelle mir die alten Griechen am Apollo Tempel vor, die hier vor 2600 Jahren die alten Syker (Siziliens Ureinwohner) helenisierten, ihnen ihre Zivilisation und Glauben nahebrachten. Heute ist Syrakusa eine mittelgroße Stadt, deutlich zweigeteilt – die Neustadt, schnell gewachsen in den 1050er Jahren mit Zwekbauten und Sozialwohnungen, und eben das touristische Otrigia auf der Insel.

Region Sizilien (15.05.2015) Stadt: Pozallo (20.000 Einwohner)———– Sommer, Sonne – Sizilien. Nur das die berühmten Zitronen fehlen, die gibt’s wohl erst wieder im Herbst… ich zahle das Ticket für Syrakusa mit sechs Euro; 120 km für 6€. So komme auch ich mit schmalen Budged rum und nutze die zwei Stunden Wartezeit, schaue mir Pozallo an, bade im Meer und bin sauber & gewaschen für die nächste Stadt.

(Bild1: Der “antike Turm”, das Wahrzeichen der Kleinstadt Pozallo)

Italien -Region Sizilien- (15.05.2015) Stadt: Pozallo (20.000 Einwohner -Italiens südlichste Stadt) ————
Wie immer übernachte ich auch wieder wild, irgendwo im Abseits, so wie hier nahe dem Strand in den Dünen dahinter wo etwas Schilf die Sicht schützt.
Zwar gibt es gleich nebenan einen Campingplatz, aber der kostet immerhin 10 € für das Zelt. Jaja, Pozallo, wo ich eigentlich garnicht hin wollte, aber in Italien läuft eben alles sehr viel langsamer; ein Bus oder gar ein Zug von Gela nach Syrakusa (150 km) gibt’s nur zweimal, (oder weniger) am Tag… uff, da braucht man wirklich extrem (!) viel Geduld und eben jede Menge Zeit. Die habe ich ja und tingel somit ganze 3 Std die 90 km von Gela nach Pozallo, im Bus durch viele Dörfer und tolle Städte (Ragusa -und rauf auf dem Berg darüber) sehe die uralte Stadt Modica und reise im Bus die Serpentienen durch endlose Schleifen im tiefsten Süden Siziliens. Ganz unten, wo’s nicht mehr weiter geht, halte ich in Pozallo, so um 15:00 Uhr. Zeit genug für alles: Lecker Essen kaufen beim Discounter, und sofort zum Strand, ab ins Wasser.
30 Grad, Wasser noch etwas kühl, aber einfach herrlich…. hier bleibe ich, verzichte auf die Weiterfahrt nach Syrakusa, (Italiens südlichste Großstadt) weil es einfach schon zu spät ist. Pozallo, eigentlich DER Hafen für die Fähre nach Malta, reicht mir heute. Malta schaffe ich leider nicht mehr. Zu spät bin ich diesmal gestartet wegen meiner neuerlichen Flugangst. Ein Blick zum Horizont soll reichen; Malta schaue ich mir später an…. jedenfalls kenne ich jetzt Pozallo, was viel gepflegter als Gela eigentlich recht touristisch aussieht. Es ist heiß heute, ja, wunderbar heiß an diesem südlichsten Punkt Siziliens.

Italien -Region Sizilien- (14.05.2015) Stadt: Gela (76.000 Einwohner)
Toll geschlafen im dichtesten Dickicht meines Wanderlebens… kein Zentimeter weniger und das Zelt hätte nicht gepasst. Dafür hat mich aber keiner der Halunken gesehen die hier am Strand ihr Unwesen treiben.
Bilder: Helfer in Gela; hier konnte ich den 20 kg schweren Rucksack zwischenlagern und sogar auf Deutsch mich verständigen, da viele Sizilianer mal nördlich der Alpen gearbeitet haben. – Zwiebelzeit auf den Märkten; Gela lebt hauptsächlich von Gemüse und Obst, inmitten einer landwirtschaftlich sehr reichen und satten Gegend. Geld bringt das allerdings wenig, die Sachen kosten hier echt nur Pfennige.