Frankreich – Region Basse Normandie – (14.07.2014)

Alles ist im Plan; Tikets nach Jersey holen wir gleich, dann am nächsten Tag ab nach Guernsey. Zwei Britische Inseln kurz vor der Küste Frankreichs.
Schön wär’s, beim Zeltabbauen kann ich mich kaum noch bewegen…. der Entzündungsschmerz ist noch wilder als gestern, trotz Antibiotika.

Ich kann nicht mehr…. lege mich auf den Rasen und muss jetzt meinem emsigen Reisepartner, der frisch und voller Tatendrang an meine Seite kam, verkünden das ich jetzt schlappmache.
Keine Chance,  es tut immer schlimmer weh….
Peter spielt sogar mit, er dachte sich schon gestern was passiert, da ich selbst zum Endspiel (Deutschland – Argentinien) keine Schnitte mehr hatte….  ich war schon zur Halbzeit ins Zelt gekrochen.

Zak, zak geht jetzt aber alles ganz schnell…. wir packen und auf gehts wieder zurück in die Heimat. 920 km weit…

Frankreich – Region Basse Normandie – (13.07.2014)

GESCHAFFT: Vier Autos auf 80 Kilometer, in fünf Stunden.
Sau-Schlecht geschlafen und gerädert von Antibiotika, Durchfall, Fibrom-Entzündung, Dauerregen prasselnd auf’s Zelt, und Zeitdruck….. Peter kommt und wir sind verabredet an der Touristen-Info in Barneville-Carteret (der Hafen zu den Kanal-Inseln)

Und jaaa,  wir sitzen jetzt beisammen, mir geht’s besser und trinken erstmal ein Bier.
Peter ist 750 km gefahren, in neun Stunden….ich bin mit Durchfall 80 km getrampt….

DIE HELDEN HABEN SICH GEFUNDEN 🙂

Campingplatz suchen, Fährverbindung nach Jersey für morgen klarmachen,  und Endfinale heute irgendwo gucken: Meine Heimat wir ja Weltmeister heute……

Frankeich – Region Basse Normandie – (13.07.2014)

Au Backe; jetzt mitten in der Nacht hab ich auch noch Durchfall…  es rumpelt im Bauch und schnell die Schuhe an. Ohne Hose, nur mit dem Shirt, was ich falschrum schnell überziehe, stolpere ich aus dem Zelt… ich schlafe ja immer nackt, weil’s sich besser anfühlt, doch am Bach, gleich drei Meter neben dem Zelt fühle ich mich schon sehr lausig mit dem nackten Arsch…. jajaja….
Wahrscheinlich liegt’s an den Antibiotika, vielleicht vertrage ich die nicht… toll, noch ein Problem mehr, denn die Entzündung tut nach wie vor schrecklich weh… ich könnte mich nur noch übergeben….baaaahhhh….

Es fängt an zu regnen, aber richtig….

Kann das sein dass jetzt einfach alles kommt ?

Nerven wahren, uuuunbedingt ganz ruhig bleiben lieber Wandersmann, stell dir mal vor du währst jetzt in Afrika, wo keiner und nichts zur Hilfe käme wenn, was weiß ich passieren würde… ich bin in Frankreich. Gaaaanz in Sicherheit.
Wenn auch ich mich momentan entzetzlich verloren fühle. Ich verlasse wieder das trockene, gemütliche Zelt um wieder meine akute Notdurft in den Bach zu krachen….

Irgendwann geht auch diese Nacht vorüber…  irgendwann……

Frankreich  – Region Basse Normandie –  (12.07.2014)

Noch ist es früh, 18 Uhr und ich weiß nicht ob hier im Grünen vielleicht noch jemand kommt…. erstmal etwas abwarten und die Lage scheken… ich schlummere, das Bein wird ruhiger und mache einfach mal garnichts… mann, hoffentlich passiert nichts schlimmeres; morgen kommt extra der Peter aus Deutschland zu mir, nach Barneville was noch 80 km weiter nördlich liegt…. dann stehen ja noch die Channel-Islands an, die Kanal-Inseln…. also 6 bis 7 Tage muss ich noch funktionieren… unbedingt.

So, das Zelt steht auch gleich, (an der selben Stelle wo ich liege) …keiner ist zu sehen weit und breit…also los, auf in die Nacht….endlich mal wieder Wild – Campen.

Frankreich  – Region Basse Normandie –  (12.07.2014)

Wieder auf der Straße, hier mal ein Bild durch’s Fenster eines Fahrers der mich beim Trampen mitnimmt.  Lang und eintönig sind die Straßen in Frankreich die durch nicht enden wollende Landschaften führen; 100 Kilometer sind hier nicht viel, 100 Euro auch nicht (speziell bei der Franz. Bahn) und 100 Jahre auch nicht…. so strande ich auf dem Weg nach Barneville (wo ich morgen einen Freund, den Peter aus Grevenbroich, treffen werde) kurz hinter Granville, wo ich müde und von den Antibiotika geschwächt den Daumen senke und vom Asphalt in die Wildniss abseits der Straße stolper… ich bin fertig, diese verdammte Entzündung tut fürchterlich weh… ich muss für heute feierabend machen…

Frankreich  – Region Basse Normandie –  (12.07.2014)

Watt-Weiten soweit das Auge reicht…. doch aufgepasst, wer zuweit hinausgeht, kommt ev. nicht mehr zurück…. schon einige hat’s mit der Flut erwischt. Doch noch schlimmer: Es sollen sogar manche völlig im Schlick versunken sein. Deswegen ist es gut, möglichst nie die Routen zu verlassen wo die anderen gehen…

Frankreich  – Region Basse Normandie – (12.07.2014)

Wohl bekommts; das Croissant für läppische drei Euro. Ja, ich habe richtig gesehen, für den kleinen Hunger am Mont St. Michel ist ganz fürsorglich alles bereit. Selbstverständlich auch das Bier vom Fass (Heineken) 0,5 l. für fast geschenkte 9€….. 
Französischer Nepp wie aus dem Bilderbuch 🙂

Aber komisch: Die Leute kaufen, kaufen und bestellen. Die Tische in den vielen Lokalen sind voll…. als wenn es wirklich umsonst wäre. (????)

Frankreich  – Region Basse Normandie –  (12.07.2014)

Aber drinnen dann; wie ein kleines Dorf winden sich die Gassen den Berg hinauf, knallvoll mit Touristen gefüllt. Ich hatte ja schon viel geshen, aber so ein Rummel wie hier noch nie…. der Mont St. Michel erlebt jährlich den Ansturm von 3,5 Millionen Schlapphüte, bewaffnet mit all nur erdenklicher Fotoelektronik…. eine Zahl als wenn sich ein ganzes Berlin sich über den kleinen Berg ergießt…. nur mit Mühe schiebe ich mich durch den Pulk…