Schweiz  – Region Südschweiz/Tessin-  (12.08.2014)

Eigentlich noch nicht ganz im Süden, aber auf dem Weg, wie hier am San Bernadino Pass, in 2065 Metern Höhe, dem Eingangstor zum sonnigen Süden aus der Ostschweiz. Hier sind es mitten im August echte neun Grad kalt… dennoch essen wir hier oben im nasskalten Klima eher schlecht als recht unsere Konserveninhalte nebst Schweizer Käse und Brot.

Schweiz  – Region Ostschweiz/Graubünden –  (12.08.2014)

Ein wichtiges Bild von unserem lieben Vater Rhein, der hier in den Bergen, ca 60 km südlich von Chur in den hohen Bergen der Schweiz entspringt, durch den Bodensee läuft, über die Rheinfälle schäppert, und sich allmählich gemütlich und ruhig gen Norden bahnt, vorbei an Schwazwald und Vogesen bis Köln und Nordsee.
Hier aber, in den wilden Bergen findet alles seinen Anfang….

Schweiz  – Region Ostschweiz/Graubünden –  (11.08.2014)

Das ist er, der St. Johannesstift in Zizers, einem über 300 Jahre alten Schlossbau mit sehr wechselhafter Geschichte; Prominent: Kaiserin Zita verbrachte 27 Jahre hier, bis 1989, als sie 97 Jährig verstab. Nach 70 Jahren Exil als letzte Ihres Standes der Habsburger.
Ich bin wieder begeistert von der Freundlichkeit und sagenhaften Gastfreundschaft der Schweizer; als Tourist zahlst du in aller Welt, doch als Reisender sieht alles ganz anders aus…
Das Wanderleben fasziniert die Leute, erinnert sie an ihre eigenen Träume, ob längs vergangen, oder gegenwärtig.

Sowas öffnet Türen.

Schweiz  -Region Ostschweiz/Graubünden –  (11.08.2014)

Und aus den Tiefen der Alien-Gefilde ins Kloster…. so kann’s gehen im Wanderleben, gib ich meinem Gefährten Peter weiter, der zu verstehen versucht was schonwieder so alles passiert…
Jaja, damals vor satten 35 Jahren war er damals hier gewesen, hatte für einen symbolischen Preis hier genächtigt.
Heute in Chur, was nur 10 km weiter südlich liegt von Zizers, dem Dorf wo der St. Johannesstift liegt, beschlossen wir es mal zu versuchen und eben mal nicht zu zelten, das Wetter ist einfach schäbig und was läge näher wieder mal in  einem echtem Bett zu pennen………?

Zizers war schnell gefunden, aber die Zeiten änderten sich jäh… die Gästezimmer im Stift sind heute für 70 Franken zu haben…eigentlich etwas unter dem Preisniveau, doch für uns zu viel… zudem noch momentan ausgebucht, versucht und hilft uns der Chef des Hauses höchstpersönlich Alternativen zu finden; Bed & Breakfast für schlappe 140 Franken in der Nachbarschaft, was natürlich reine Moneten-Touristen-Welt bedeutet.
Ich erkundete mich nach versteckten Zeltplätzen, er weiß einiges zu erzählen; verlassene Waldgebiete, Brachflächen…. wir kommen ins Gespräch übers Wanderleben, und ich erzähle, erzähle und erzähle….
Nicht viel später finden wir uns eben hier wieder… im Turmzimmer des altehrwürdigen Schlösschens stehen wir nun…draußen prasselt der Regen aus schweren, grauen Wolken die offensichtlich für immer bleiben wollen…
Da liegt das Zelt, immernoch nass von der letzten Nacht, ganz gut ausgebreitet zum trocknen über dem Holzboden, anstatt irgendwo in der düsteren Witterung da draußen. Was für ein Glück *freu*

Schweiz  – Region Graubünden/Ostschweiz –  (11.08.2014)

Wieder weiter verläuft der Weltweg in Richtung Süden, und in Peters Auto sausen wir dann durch sagenhafte Berglandschaften bis in die Provinzstadt Chur (40.000 Einwohner) die sich seltsam präsentiert, mit Hochhäusern fast schon Großstädtisch sich aus dem Alpenbild erhebt.
In Chur wollen wir überlegen wie weit es heute gehen soll; laut Plan gedenke ich ja zum San Bernadino Pass zu gelangen, der ca 60 km weiter nach Süden liegt, doch der Sommer scheint ja in den weitesten Teilen Europas (wie immer öfter in den letzten Jahren der Fall…) auch hier völlig flachzufallen… grau, grau und nochmals grau zeigt sich das ansonsten fantastische Alpenpanorama; die bis zu 3000 Meter hohen Berge stecken fast komplett im dichten Nebelsud tiefhängender, schwerer Regenwolken. Besserung nicht in Sicht.

Naja, was gibt’s in Chur denn so zu sehen ?

Ganz klar, als alter Alien-Fan, jene krassen Science Fiction Filme mit dem unheimlich gestylten Monster, dessen Blut schlimmste Säure ist, lassen mich hier zur “Giger Bar” pilgern, ein Laden der seit 1992 ganz im “Alien-Style” aufgemacht ist; Plastik und Metall im Organisch-Extraterrestrischem Mobiliar, eigentlich super-spannend, aber mittlerweile als Cafe Betrieb im gegenwärtigen Kult Abseits verirrt, da viel zu viel Tageslicht, Lokalradio-Trällermusik und eine Schließstunde um 20:00 Abends, den Laden als ein Schatten seiner selbst erscheinen lässt. Die besseren Tage, längst vergangener Zeiten, spüre ich noch als Geiste im Raum umherschwirren, auch H.R.Giger, dieser skurrile Künstler um den es hier ja geht,  tränke sein Bier auch lieber zu authentischeren Zeiten…

Bild: Das Wanderleben führt auch in die Giger Bar.

Liechtenstein  (10.08.2014)

Daaaa sind wir nun *freu*

Wenn auch alles andere als Gemütlich, bei pfeifenden Wind und freier Fläche direkt unter den Skiliften, bauen wir unsere Zelte mitten in die Landschaft. Über 2000 Meter hoch im tiefsten Winkel des Fürstentums Liechtenstein, erlebt mein Wandergeselle Peter eine weitre Abenteuer-Nacht.
Umgeben von einer Kraterartigen Bergwand, zieht hier der Wind ganz besonders ruppig über das kurze Gras hinweg. Das Zelt-Aufbauen ist nicht leicht dabei, doch Peter macht Fortschritte: Lektion Zelt-aufbau-bei-Sturm bestanden.
Da lohnte es sich die schweren Rotwein Flaschen den steilen Berg mit hoch zu schleppen….

Liechtenstein  (10.08.2014)

Das hinterste Dorf in Liechtenstein, am Ende der 12 km langen Bergstraße, heißt Malbun.
Hier wollen wir auch bleiben, denken aber nicht daran in eines der vielen freien Zimmer für 60 Franken zu nächtigen, sondern suchen uns hier irgendwo ein Plätzchen fürs Zelt….
Malbun ist ein typischer Wintersport-Dorf, wo mit den ganzen Ski-Touristen ordentlich die Post abgeht. Zumindest vermute ich das wenn ich die ganzen Lokale, Hotels und Kneipen sehe die jetzt im Sommer allerdings recht leer sind.
Oberhalb des Dorfes führt ein kleiner Bergpfad den wir schwerst beladen in Serpentinen hinaufsteigen, in der Hoffnung dort ganz oben auf den Alpenwiesen die Zelte aufzustellen.
1600 Meter liegt Malbun hoch, 500 weitere Meter kämpfen wir uns hinauf…

Liechtenstein  (10.08.2014)

Ganz typische Holzhäuser, die hier in Liechtenstein nur im Hochland zu finden sind. Heute leben die Menschen lieber in ihren Betonhäusern unten im Tal. Früher, noch vor 80 Jahren, wohnten hier oben ganze Großfamilien als Bauern.
Doch so ein reiches Ländchen, vermag es gottseidank seine alten Traditionen zu pflegen und zu wahren; letztendlich sind es die Touristen (vor allem im Winter) die hier oben den Ton angeben.

Hoch hinauf geht es ins Hinterland von Liechtenstein.
Unten liegt der junge Rhein, der 60 km weiter südlich zwischen 3300 Meter hohen Bergriesen entspringt und sich hier in Richtung Norden zum Bodensee aufmacht.
Rechts davon ist Schweizer Gebiet, links liegt Liechtenstein, was an dem großen Berg da hinten, wieder endet.

Liechtenstein  (10.08.2014)

Im Fürstentum sind die Wege logischerweise kurz. Doch dank Peter und seinem Auto, versuchen wir mal so weit ins Liechtensteiner Hinterland vorzudringen wie möglich. Abseits von der Talsenke, wo Vaduz und 90% der Bewohner sind, steigen wir die Bergstraße hoch durch das Dorf Triesenberg (Bild) um weiter nach Malbun zu kommen, was am Ende dieses Weges liegt.