Italien  -Region Valle d’Aosta-  (05.09.2014)

Proooost, auf den Monte Bianco, der selbe Berg der auf der anderen Seite auf Französisch Mont Blanc heißt…. steckt mittlerweile aber in dichten Regenwolken.
Egal, mein Zelt steht gleich schnell und ich trinke bei recht warmen Wetter mein “Birra Moretti”, das wohl meistgetrunkene in ganz Italien.
Der Blick auf den Berg war mir bei der Suche nach einem wilden Zeltplatz wichtig, hier in diesem Steinschlag-Graben, der zum Schutz der naheliegenden Häuser gebaut wurde, stehe ich zwar gut sichtgeschützt, aber eben nur das; sollten heute Nacht wieder einige der Tonnenschweren Geschosse vom Berg über mir, angeflogen kommen, siehts schlecht aus….
Naja, aber warum eben heute?
Wer nicht wagt der nicht gewinnt…. Wanderleben eben 🙂

Italien  -Region Valle de’Aosta- (05.09.2014)

In Italien angekommen, will ich nicht gleich wieder weiterziehen. Hier in Courmayeur gefällts mir und ich bleibe.

ITALIEN: Ein neues Land, eine neue Welt, ein neuer “Schwerpunkt” auf der Via Terrestris (Weltweg) wo die erste der 20 Regionen das Aostatal ist (auf Italienisch:  Valle de’ Aosta) die außerdem Italiens kleinste Region ist; auf 3263 Quadratkilometern leben 130.000 Menschen, die sich entlang des 70 km langen Aosta Tals in vielen malerischen Dörfern verteilen. Flächenmäßig zwar größer als das Herzogtum Luxemburg, aber mit noch nkcht einmal ein drittel seiner Einwohnerzahl, überschaut sich dieser Lanstrich recht einfach; lediglich Aosta-Stadt dürfte als einzige wirkliche größere Siedlung in der Region auffallen, ansonsten leben 90% aller Menschen hier entlang des Tals, umgeben von 3000 Meter hohen Bergen, begrenzt im Westen vom kollossalen Monte Bianco Massiv (Mont Blanc) durch dem ich aus Frankreich gekommen bin.
Ein kleines aber reiches Land; Valle d’ Aosta ist Italiens reichste Region, dennoch atme ich hier wieder gut durch, die Preise sind verglichen mit den Schweizer oder von drüben in Frankreich, endlich wieder “normal”.
Lediglich die Sprache des großen Nachbarn jenseits des Mont Blanc ist hier noch lebendig; Die Region gilt auch als “Französisch Italien”,da hier beide Sprachen, Italienisch wie auch Französisch als gleichwertig gelten.
Ich allerdings schlage mich mit Englisch durch, finde ca 4 km Stadtauswärts nach langem, beschwerlichen Fußmarsch längs der tosenden Hauptverkehrsstraße, einen geeigneten Platz fürs Zelt….

Italien  -Region Valle d’ Aosta/Aosta Tal-  (05.09.2014)

ITALIEN, ICH BIN IN ITALIEN…. 
Aufwachen bei milden Sonnenwetter im Wald, lecker Frühstücken in der Natur und ab zur Bergstraße. Die ist nicht weit und schlängelt sich hoch zum Mont Blanc Tunnel, stehe eine halbe Stunde und werde mitgenommen zur anderen Seite.
Dort lasse ich mich gleich im ersten Ort absetzen, in Courmayeur auf der Italienischen Seite. Hier will ich heute den ganzen Tag bleiben, auf der anderen Seite des Berggiganten der hier nun Monte Bianco heißt, in der Wildnis Zelten….  von hier sieht der Berg allerdings nicht so spektakulär aus wie drüben in Frankreich; viel steiler und zerklüfteter. Auch der flache Schneegipfel ist nicht mehr zu erkennen.

Ein neues Land, mit neuen Regionen. Gut vier Monate werde ich wohl in diesem großen Land verbringen. Italien ist ja “Schwerpunktland” im Projekt Wanderleben, wo ich alle 20 Regionen besuche. Heute bleibe ich aber in Courmayeur, bereite mich vor auf diese neue große Welt und lasse die letzten Tage verwirken….

Deshalb noch ein Bild von gestern: So sah es aus als ich am Zelt nach oben durch die Wipfel von Fichten, Lärchen und Birken schaute, und mein Bier trank…. nur ich und der Berg…

Frankreich  -Region Rhone Alpes- (04.09.2014)

Schnell verlasse ich den Touristenwirbel in Chamonix und steige schwerst beladen, zusätzlich mit Wasservorrat, Bier und Dosenravioli in den Berg…. dort findet sich dann aber schnell ein lauschiges Plätzchen im Wald.
Endlich wieder Wildnis, endlich wieder draußen im Zelt sein.
Ich öffne die 0,75 L Flasche Kronenbourg, die ist noch kalt und schlemme Taboule mit Ravioli. Ich schaue hoch durch die Bäume und sehe ihn ganz nah: Den Mont Blanc.
Meinen Gastgeber für heute…

Frankreich  -Region Rhone Alpes-  (04.09.2014)

Das ist er, der MONT BLANC (Weißer Berg) mit 4810 Metern der höchste in den Alpen und eigentlich von ganz Europa. Der Elbrus im Kaukasus wäre zwar mit über fünf Kilometern noch höher, liegt aber exakt an der Grenze zu Asien, die sich entlang des Kaukasischen Bergkammes zieht…. also Ansichtssache.
Oben rechts der Bildmitte, ragt der Gipfel etwas abgerundet, aber eben schneeweiß in den Himmel. Das ist die, die höchste Stelle.
Schon von der Promenade in Genf konnte ich ihn sehen, bei klaren Wetter ragt das schneeweiße, gewaltige Mont Blanc Massiv ins Bild, auch wenn es ganze 85 Kilometer von Genf entfernt liegt, die Sicht ist echt der Hammer….

Aus Genf bin ich kaum hinaus gekommen; kaum ein geeigneter Stellplatz für den geneigten Tramper, ich versuchte mehrere Stellen, war mal von Leuten umzingelt (Bushaltestelle) oder stand an Schnellstraßen kurz vor der Autobahn… keine Chance, der Daumen drohte schon abzufallen…

Doch wie gut dass ich noch Not-Geld hatte; 50 € sind noch übrig von damals als ich in Frankreich bei St Malo diese Hecke beschnitten habe.
Ich irrte dann bis rüber auf die Französische Seite,  lief mir die Latschen ab in diesem endlosen Häusergewirr der Trabantenstadt Anemasse. Hier leben ein Großteil vieler Arbeitskräfte der Genfer Servicemaschinerie. 100.000 Menschen leben hier in einem wild gewachsenen Häusermeer ohne erkenbare Strukturen. Genf zieht unglaublich an, da seine Wirtschaftskraft weitaus mehr Leute versorgen kann als es zu beherbergen; fast umgeben von Frankreich, wachsen dort jenseits der Schweizer Grenze überall Siedlungen. Es ist wesentlich billiger hier zu leben als in der “kleinsten Metropole der Welt”.

20 Euro zahle ich nun gern um aus dem urbanen Schlamassel zu entkommen, der Zug bringt mich nun nach Chamonix, einem Touristenort kurz vor dem Mont Blanc Massiv…. dort will ich irgendwo die Nacht verbringen, am Fuße des Giganten…

Schweiz  -Region Westschweiz/Französische Schweiz- (03.09.2014)

Zuhause im Herzen von Genf bei Benjamin.
Hier auf diesem mobilen Bett, nächtige ich als Couchsurfer. Benjamin ist wie viele in dieser Stadt aus Frankreich hier her zugewandert, wir sprechen Englisch und erzählen uns jede Menge.
Lediglich früh morgens und am Abend sehen wir uns, da er sehr lang arbeitet. Ich habe meinen eigenen Schlüssel bekommen und kann machen was ich will.
Tja, und wieder ziehe ich weiter…. morgen schaue ich wie es zur Autobahn nach Osten geht, immer in Richtung Mont Blank. In dessen Schatten möchte ich dann irgendwo wild Campen, im Schatten des höchsten Berges der Alpen….

Noch einen Tag in Frankreich werde ich verbringen, bevor es weiter per Anhalter durch den Tunnel unter dem Mont Blanc geht…ins Aosta Tal, nach Italien.

So, liebe Schweiz. Ich bin dann bald weg und vielen Dank an alle die mir dieses Land möglich gemacht haben, Utz, Habsruedi und Benjamin, die vielen Autofahrer beim Trampen, der Peter beim Zelten und natürlich der liebe Georg, der mich auf über 3800 Meter Höhe brachte….

Ein Wanderleben in der Schweiz…. es war so schön….

Schweiz  -Region Westschweiz/Französische Schweiz- (03.09.2014)

Wie ein kleines Meer braust der Genfer See auf, doch der recht süßliche Duft seiner Fluten verraten, dass es kein Salzwasser ist. Lustig: Ich beobachte Chinesische Touristen, die mit dem Finger das Wasser berühren, um zu schmecken worum es sich handelt…
Mit bis zu 310 Metern Tiefe, gehört der Genfer See zu den gewaltigsten Gewässern in Europa. Nördlich an der Schweiz gelegen und südlich an Frankreich, befindet sich der “Lac Leman” aber komplett im Französischen Kulturraum.
Überhaupt, Genf heißt eher Geneve und irgendwie komme ich mir hier vor, als sei ich garnicht mehr in der Schweiz; komplett Französisch geht es hier zu, alle sprechen es, und sogar die Häuser sehen in ihrem Baustiel aus, wie im großen Nachbarland.
Also mit Deutsch komme ich hier garnicht mehr vorran. Englisch allerdings, wird überall verstanden.

Kulinarisch gibt es in Genf einiges zu finden, doch leider sind die traditionellen Gerichte dermaßen teuer, dass ich es wieder nicht schaffe, diese mal zu probieren. Statdessen muss ich täglich mit Mac Donalds Vorlieb nehmen, da gibts das Menü in bester Citylage für 11 Euro. Unschlagbar billig in Genf.

Ansonsten bin ich schon überrascht, wie wenig es hier zu sehen gibt; diese gewaltige Fontäne im Hafen vor der Stadt gilt als Wahrzeichen von Genf. 140 Meter sprüht sie in den Himmel, doch heute und gestern sprüht sie eben nicht, zu windig sei es, und das Risiko zu hoch das eine oder andere 10.000 Euro Kostüm zu nässen. Die Stadt würde sich doof und dusselig zahlen an Schadensersatz Ansprüchen…

Genf ist zwar schön, aber eben nicht besonders charakteristisch. Ich denke hier eben noch etwas länger bleiben zu müssen um es besser zu verstehen… doch bei all den wunderbaren Erlebnissen in diesem Land, irgendwie bin ich schon froh, morgen wieder weiter zu ziehen. Die Preise hier machen mich fertig. Ohne all die Gastgeber und Helfer, hätte ich die letzten vier Wochen nie geschafft…. das werde ich nie vergessen.

Schweiz  -Region Westschweiz/Französische Schweiz-  (02.09.2014)

Per Anhalter aus Lausanne ist keine leichte Nummer; ganze drei Stunden suche ich an den engen, schnellen, Agressiven Ausfallstraßen, schwerst beladen wie ein Packesel, nach geeigneten Stellen zum Stehen & anhalten.
Nachdem ein Polizist als einziger Interessent mich wüst beschimpfend von der Autobahnausfahrt hinweg fegt, trotte ich einen Kilometer weiter zur nächsten…. und werde von zwei Franzosen mitgenommen, die mich auf dem Weg nach Südfrankreich in Genf absetzen. Dort, direkt am Airport, findet sich schnell ein Bus, doch sechs Euro für die paar Kilometer zum Zentrum? Nee, die laufe ich dann lieber…

Ich spare im teuersten Land der Welt, in seiner wohl teuersten Stadt überhaupt; ich bin in GENF, der zweitgrößten Stadt im Lande, die zwar mit rund 200.000 Einwohner im Innenbereich und 500.000 Bewohnern als Ballungsraum, nicht besonderes riesig ausschaut, aber als “kleinste Metropole” der Welt bekannt ist.
Genf ist als Sitz vieler großer Internationaler Organisationen (z.B. UNO, WHO, WTO) dermaßen angesagt, dass die Stadt einen der internationalsten Zuläufe überhaupt in Europa hat; im Minutentakt sehe ich die Jets in den blauen Himmel starten… überall der Klang von Rollkoffern. Die Kravatten wedeln im Wind… hier ist ganz klar Anzug und feines Schuhwerk angesagt. Backpacker wie mich, sehe ich selbst im Stadtzentrum nirgends.
Etwas verloren streife ich durch eine extreme Luxuswelt, wirke wie ein anderes Wesen aus dem Weltall, mein überdimensionierter Rucksack im Kontrast zu  flanierenden Luxusgewächsen mit Chartier Schmuck und Luis Vuitton Taschen auf selbstsicheren Minimal-Pfennigabsatz wirkt deplaziert. Hier in der Rue Rhone, wo offensichtlich Arabische Großmillionäre ihren uniformierten Harem ausführen, warte ich auf einer Granitbank sitzend und staune über diesen Laufsteg.
Mein Gastgeber lässt auf sich warten, heute ist Dienstag und er kommt erst um 18:00 Uhr. Doch all das warten soll sich lohnen:  Ich treffe einen etwa gleichalterigen, sehr freundlichen Typen, der auch noch sowas von Zentral wohnt, dass ich es fast kaum glauben mag.
Direkt am Place de Chevelu, mittendrinn in Nachbarschaft zu den teuersten Luxushotels Europas, finde ich meine Couch…. Benjamin kenne ich bereits schon länger aus dem Chatt in Cochsurfing.

Das sind sie, meine letzten Erlebnisse in diesem Land… morgen bleibe ich noch einen vollen Tag hier jnd schaue mir dieses Treiben noch ein Weilchen an, und wer weiß, vielleicht gönne ich mir sogar mal ein sündhaft teures Bier vom Fass, hier in exponierter Lage und mal ganz ohne Rucksack…. dann möchte ich mich mal ganz kurz so fühlen, als gehöre ich dazu….

Schweiz  -Region Westschweiz/Französische Schweiz- (01.09.2014)

Tolle Aussichten hier am Strand von Lausanne am Genfer See… in jeglicher Hinsicht; das Wetter ist endlich mal das was es schon lange sein sollte, es strahlt nur so vom Himmel. Kaum verließ die behäbige Bergbahn das Hochland,  da gleißte es nur so über diese erhabene blaue Weite dieser riesigen Wasserfläche. Als falle der Zug den steilen Hang hinab, denke ich als die Stadt Montreux, ganz ganz unten am Seeufer erscheint, und nur langsam winden sich in Serpentinen die Waggons tiefer und tiefer.

Lausanne, wenig später erreicht ist das Ziel für heute.
Dort hatte ich noch in letzter Minute geschafft eine ganz besonders interessante Unterkunft zu ergattern; in einem echten Hotelzimmer liege ich jetzt ausgebreitet, ausgestattet mit WiFi und kann nur noch so drauf los posten hier….  ja, in den Wirren meiner vielen Kontakte zur Vorbereitung der Schlafmöglichkeiten k  all den Städten meines “Weltweges”, verlor ich ihn, den Helfer aus Lausanne, fanden uns aber noch gestern wieder, verabredeten uns neu und kann zum Glück jetzt hier kostenlos mein Zimmer beziehen.
Allerdings darf ich nicht genau sagen wo ich hier bin. Diskretion ist somit wohl die einzige Gegenleistung, da ein Hotel welches seine Zimmer verschenkt nicht unbedingt damit falsche Werbung machen will…. wer weiß wie viele Backpacker und andere Wandersleute meine Geschichten hier noch so lesen…
Aber eben ein solcher war es, der dem Betreiber hier auf mich aufmerksam machte; irgendeiner der angeblich mit dem Rad durch die Welt tingelt, wies auf mich hin, und so kam diese Einladung zustande bei jemanden der mein Reiseprojekt toll findet und mir helfen will.

Lausanne, eine Stadt mit 250.000 Einwohnern (incl. Vororte) die wirklich schön gelegen am Genfer See ein tolles Bild macht. Ich sprinte noch schnell zum Strand, schwimme im kalten, grünlichen Wasser und sehe rüber auf die Berge an der anderen Seite. Das ist Frankreich, dort ziehe ich bald durch….

Jaja, bald bin ich durch die ganze Schweiz, werde morgen dann nach Genf trampen, de, letzten Ziel dieses kleinen Landes, dass aber dermaßen vielfältig ist. Dort habe ich auch wieder einen Gastgeber gefunden, der mich morgen Abend empfangen will…. zwei Tage werde ich dann bleiben in Genf, der wohl kleinsten Metropole der Welt…..

Schweiz  – Region Westschweiz/Französische Schweiz- (01.09.2014)

Weiter gehts, sage ich meinem lieben Freund aus dem Herzen dieses tollen Landes.
Good bye, der Reisende muss weiter ziehen, und wieder fällt der Abschied schwer. Hansruedi, mein bester Eidgenosse, ein echter, liebgewonnender Freund.
Sogar mein Buch, was schon zwei Jahre brachliegt, weil es so schwer ist einen Verleger zu finden, will er mir prüfen lassen; eine Freundin, dke Buchhändlerin ist, soll sie dieser Sache annehmen…. meine Mama weiß auch schon bescheid, bald sendet sie ihm das Werk und alles geht in eine neue Runde… ich hoffe so, dass es gut ankommt….

Etwas eingeknickt, aber dennoch froher Natur, winke ich noch … dann schreite ich strammen Schrittes in die Stadt, zum Bahnhof.
Ja, mein Gastgeber spendiert mir noch einige Gutscheine, die ich bei der Schweizer Bahn einlöse; sogar ein ordentlicher Umweg ist damit drinn; ich baue mir einen Panoramaweg zurecht, von Bern nach Thun, bis Spiez am großen See (der ohne Thunfische..) und steige gelegentlich um, dümple langsam durch fantastische Berglandschaften via Zweisimmen über Gstaad nach Montreux, dem Zwischenziel am groooooßen Genfer See.
Und das alles im echten Panoramazug (siehe Bild)
Das Endziel heißt Lausanne. Dort komme ich bei Sonnenschein an (zuvor noch bei grauem Schmuddelwetter gestartet)