Endlich wieder mal zu Fuß auf der Piste, wenn auch auf Asphalt, aber die Bewegung tut wieder so gut.
Einige Zeit ist inzwischen vergangen und heute, ein herrlich, klarer Donnerstag stand wieder ganz im Zeichen meiner Leidenschaft, dem Wandern.
Zwei volle Tage verbrachte ich nun in diesem kleinen Fürstentum namens Andorra hier oben in den klaren und sonnigen Bergen der Pyrenäen.
Andorra, einem “Zwergstaat” zwischen Spanien und Frankreich gelegen, mit noch nicht einmal so vielen Einwohnern (90.000) als meine Heimatstadt Recklinghausen, (116.000) allerdings wesentlich glamouröser; blitzblanke Straßen, glitzernde Geschäfte die Abends wie auf einer Kirmes ein Gewitter bunter Neonlichter aussenden, und das aber alles viel Seriöser, viel “Weltsstãdtischer” oder einfach halt feiner.
Andorra ist ein winziges, aber sehr reiches Ländchen, welches ähnlich wie Luxemburg oder die Schweiz, von seinen Steuervergünstigten Banken lebt, mittlerweile aber auch von hundertausenden Touristen die hier offensichtlich in einem wahren Kaufrausch verfallen, also ganz wie es bei diesen Steueroasen so üblich ist.
Eigentlich wollte ich die erste Nacht auf Andorrischem Boden im Zelt verbringen, schön in den Bergen, etwas abseits der Straße. Sicherlich werde ich einen lauschigen Platz in der Ferne vermuten und dort einkehren, im Schutz der Bäume irgendwo in der Natur…
Als ich, nachdem ich Manresa mit dem Bus verließ um nach La Seu zu fahren, 10 Kilometer vor Andorra, sah ich links und rechts der Straße auf der ich samt Wanderwagen des Weges zog, immerwieder Schöne, etwas wilde Flächen zum Zelten. Doch noch war ich in Spanien (oder Katalonien) und wollte es nach Andorra schaffen.
An der Grenze zog ich noch einiges an Aufsehen auf mich; die Andorrische Polizei war nicht zimperlich, nerfte mit vielen Fragen und Begutachtunhen meines Wanderwagens, wollte noch Geld sehen (nur sehen) und ja, ich durfte ins Land einlaufen…