Andorra

Komisch, ich dachte im freien Europa ist es mittlerweile einfacher mit den Grenzen geworden,  ich denke noch an das anderthalbstündige Prozedere vor dem Eurotunnel damals in England… naja, der Bus war zwar schon voller Marrokaner, Palästinenser,  Pakistaner, Chinesen und Rumänen, aber innerhalb des geeinten Europas stellte ich mir die ganze Sache etwas flotter vor.
Naja, die Autos an der Andorranischen Grenze konnten ja  einfach so durch, wohl nicht aber meine Wenigkeit;  also Drogenpackete, unversteuerte Geldsäcke, oder Atomgeheimnisse sollten besser nicht im Wanderwagen transportiert werden.

Ich wollte nun Feierabend machen, den Tag zuvor schlief ich sehr wenig, da mein Gastgeber in Manresa den Rioja nur so fließen ließ als sei er ab heute verboten… müde schaute ich mich um, sah aber nur LKWs, tosenden Autoverkehr und gewaltige Einkaufskomplexe die  alle paar hundert Meter den Weg säumten. 
Unbemerkt schlafen kann ich hier sicher nicht. Ich zog weiter, werde langsam nervös,  da ich festgestellte, es gibt hier einfach keinen Platz. Andorra ist -zumindest längs dieser Hauptstraße völlig zugepflastert.
So schaffte ich es aber noch bis in die Hauptstadt Andorra la Vella, da hier Manu wohnt, mein Gastgeber hier in der geschäftigen Steueroase. Jaja, der Manu – ich komme bei all den Namen schon durcheinander,  da ich zuvor mein Gastgeber in Manresa auch schon Manu nannte, der aber eigentlich Joel heißt.  Wie auch immer die  Namen lauten, den Weg fand ich bisher immer, so auch nun hier in einer der kleinsten Hauptstädte dieser Welt: Andorra la Vella, wo Manu und zwei weiter Couchsurfer mich begrüßten.

Manu ist, wie die meisten der hier lebenden Einwohner kein wirklicher Andorraner, er kam aus Cordoba, fern im heißen Andalusien hierher, der Arbeit wegen die ihn auch die allermeiste Zeit völlig in Beschlag nimmt; Insgesamt sind wir jetzt drei Couchsurfer in seiner mittelgroßen Wohnung, die allesamt mit Hausschlüsseln ausgestattet den wahren Luxus eines Hotelähnlichen Residierens genießen dürfen.  Manu ist arbeiten und die Wohnung nie leer. Zumindest Abends haben wir dann zusammen das Vergnügen,  trinken natürlich reichlich und es lernt sich kennen was irgendwie zusammengehört: Rocky und Paula, das sind die beiden Weltenbummler mit der unglaublichen Website http://notallthosewhowanderarelost.ca  – die schon einige Jahre mit dem Mopped durch die Welt tingeln. Ich bin begeistert von den umwerfenden Bildern; Rocky ist ein recht cooler Typ in meinem Alter, gut ausgestattet mit einer schweren Profikamera die fortwährend seine wirklich sehr attraktive Paula vor den genialsten Naturkulissen dieser Welt abzulichten weiß.
Paula, eine Kanadierin portugiesischer Abstammung strahlt eine solche Begeisterung aus das auch ich fasziniert bin. Von allen beiden.  Deshalb hat uns Manu auch gewählt,  Couchsurfer melden sich ja täglich, aber 99% sind eben nur langweilige Tagestouristen, und die stechen wir mit unseren Abenteuerlichen Webauftritten locker aus.

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