Spanien / Region Murcia

Meine Finger spüre ich kaum noch, das ist am schlimmsten,  da keine Handschuhe im Gepäck sind.  Einfach welche kaufen geht ja auch nicht mehr,  kein Geld.  Nun muß ich mit dem auskommen was ich habe.
Aber schon bald laufe ich mich ein und komme allerdings viel später als gedacht an jenem Ort vorbei, wo ich gestern gescheitert bin. Schaue noch von der Straße hoch zum kleinen Olivenbaum und denke, weiter jetzt….
Durch wunderschön,  bergig, karge Landschaften führt mein Weg, und so allmählich beginnen sie; einer der typischsten Phänomene (Süd)Spanischer Landschaftsgestaltung: Plastikplanen, immer wieder Plastiktreibhäuser die zwischen den niederen Bergen wie riesige Fremdkörper in der Sonne gleißen.
Jeder einigermaßen nutzbare Boden wird genutzt,  so daß teils einige Treibhäuser in den Berghängen kleben.
Dann wird die Straße schlechter in ihrer Qualität,  gut für mich allerdings,  da jetzt nur sehr selten Autos den Weg kreuzen.  Die Stille hier ist einfach herrlich,  nun ziehe ich durch eine Berglandschaft wie man sie aus den Westernfilmen kennt; trockenes Strauchwerk, darbene Kakteen, farbenfrohe Felsen zwischendurch und ein sowas von blauer Himmel darüber.  Die alte Straße führt oft über ausgetrocknete Flussbetten, überall Felsen und dicke Steine, manchmal eine Palme, manchmal auch eine Hazienda.
Es fehlt nur noch der Indianer auf dem Pferd der gleich um die Ecke kommt…. ja, und heiß ist es sogar auch geworden.

Ein bißchen mulmig wird mir schon,  ich habe noch kaum Wasser, trinke den letzten Schluck und ertappe mich beim Zweifel,  überhaupt hier richtig zu sein. Kilometer um Kilometer zwar diese schöne Landschaft,  aber einfach nichts und wieder nichts deutet auf eine baldige Siedlung hin. Aguilas soll doch nur 20-25 Kilometer weit sein, hieß es gestern noch…. die bin ich heute schon gegangen. …
Na, ich versuche mal eines der wenigen Autos anzuhalten, um vielleicht von denen zu erfahren wo ich wirklich bin, verdammt, keine Landkarte…. kann sie mir halt nicht kaufen.

Mit der leeren Pulle in der Hand winke ich immer wieder, alle zehn Minuten ein Auto zu, doch die kümmern sich einen Kericht um mich, klar ich bin ja au h in Spanien und dort weiß jeder dass z.B. Trampen absolut nicht angesagt ist. Zu viele “Rumänen” auf der Straße,  zu viele Banditen überall,  hieß es immer wieder bei meinen Recherchen von den Einheimischen.
Doch schon von weitem sehe ich diese dicke Kiste mit dem gelben Nummernschild angerauscht kommen; ein Wohnmobil aus Holland, und es hält sogar promt.
Jetzt habe ich sogar eiskalte Cola, bekomme frisches Wasser und – was haben Holländer wohl im Gepäck ?  – Etwas Käse mit Brot, wenn schon, denn schon.
Naja, der Weg führt wirklich nach Aguilas, das liegt aber noch mindestens 20 Kilometer weit…. erfahre ich noch.

Hmm, na dann wird aus dem Treffen mit Piku heute wohl nichts, es ist einfach zu weit resigniere ich..
… Hätte ja schon mal wieder Lust auf einer frischen Dusche und ein warmes Mahl… erstmal weiter sehen, ich bin heute ungewöhnlich fit und laufe und laufe…..

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