Welch eine schöne Nacht. Ich habe fast die ganzen 12 Stunden durchgeschlafen, sicherlich auch wegen dem reichhaltigen Essen zuvor. Zum Glück hatte ich ja noch gut eingekauft in Orihuela, da war der Pignik am Zeltlager perfekt.
Heute erreiche ich Murcia, die Stadt die der ganzen Region ihren Namen verleiht. Somit bin ich nun aus der “Comunidad Valenciana” raus, dieser Region an der so touristischen Coata Blanca und schaue zurück auf unvergessliche Tage; bei Benito in der Metropole Valencia, Höhlenschwimmen mit Kiku bei Javea, die “leere Millionenstadt” Benidorm, und der grimmige wie liebenswerte Achim vom Straßenlokal OVNI.
Jaja und jetzt kann ich sogar gemütlich trödeln, Murcia ist nur noch 10 Kilometer weit und heute bin ich erst für 18 Uhr verabredet; Couchsurfing ist wieder angesagt und ich erreiche ganz “plangemäß” Murcia für heute.
Schön wär’s, wenn da nicht diese Katastrophe passiert: Wieder kracht das Vorderrad am Wanderwagen aus der Fassung. Diesmal sogar an beiden Seiten seiner Befestigung.
Wieder…. deshalb weil es auf dem Jakobsweg vergangenen Jahres auch öfters passierte, nur nicht dermaßen heftig wie jetzt.
Da mein Konstrukteur im Fachhandel Daheim mir zusicherte, mit seiner neuen Bauweise der Befestigung, über lange Zeit keine Probleme zu bekommen, hatte ich tatsächlich kein Werkzeug, keine Ersatzteile, ja kein Garnichts im Gepäck dabei…
Ich hatte es einfach vergessen und nun stehe ich hier. Zum Glück aber löse ich die Sache erstmal “auf Russisch”, packe also das Isoband aus und wickele ohne Ende das klebrige Plastik um die gebrochenen Winkel.
Mit Erfolg, zumindest komme ich so wieder weiter und schlingere sehr behilfsmäßig nach Murcia hinein, suche schon instinktiv nach Werkstätten und Fahrradläden links und rechts. Leider aber vermisse ich schon ganz schnell sie so vertraute Hilfsbereitschaft, wie ich sie ja vom Jakobsweg noch kenne; eiskalte Absagen kassiere ich am laufenden Band, ganz klar dann, wenn es heißt, ich habe kein (oder kaum) Geld in der Tasche….
Tja, that’s wanderleben, nicht nur umsonst Essen und Schlafen will organisiert, sondern auch die eine oder andere Reparatur am Wagen sollte möglichst kostenlos erfogen. Das ist halt die Kunst.
Doch da stoße ich merklich an die Grenzen. Egal, immerhin habe ich ja kein Auto, kein Mopped, sondern nur einen modifizierten Kinderwagen dabei, da müsste es doch möglich sein so ziemlich alles allein reparieren zu können.
Morgen mache ich mich an die Arbeit, suche neue Metallwinkel in der passenden Größe, muss mir halt Werkzeug kaufen (wahrscheinlich Pfennigartikel) und muss es schaffen den Wagen wieder flott zu kriegen…
Gleich treffe ich ja Dori wo ich eingeladen bin. Die wird mir sicherlich erzählen wo man solche Sachen in der Großstadt Murcia findet…. ja, morgen habe ich echt zu tun… stöööön… wollte mir eigentlich Murcia angucken…..