Mit frisch reparierten Wanderwagen, verabschiede ich mich von Dori und Antoni, gut ausgeschlafen, gewaschen und satt, marschiere ich zum “Estation de Autobus”, dem Busbahnhof um ans nächste Zeil zu gelangen: Cartagena, 50 Kilometer weiter südlich am Meer.
Dank einer kleinen Geldspende bin ich in der Lage die 4, 10 Euro zu berappen, schafge den Wanderwagen (in seine Einzelteile zerlegt) in den Gepäckraum des Busses und ab geht die Post, endlich wieder über die Straßen sausen in ganz anderen Geschwindigkeiten.
Cartagena ist die ganz große Nummer zwei in der Region Murcia, schon deshalb weil historisch einiges los war; Hannibal hatte einst hier seine Elefanten aus Afrika verladen, da Cartagena damals der wichtigste Posten auf europäischen Boden für die Kartagher war. Das waren ja die großen Gegner für Rom, jene mit diesen zwei “punischen Kriegen”.
Lang ist’s her und heute zieht sich die Großstadt längs eines Bergtals zum Meer hin, wo der überschaubare Hafen allerdings ganz schöne Ungetüme an Kreuzfahrt-Schiffe beherbergt; schon von weitem erkenne ich die träge Flut, betagter Touristen die langsam aber sicher die Promenade “erobern” werden.
Ich hingegen bleibe nicht in der Stadt, schaue mich aber etwas um und verlasse den Ort gegen Nachmittag, ausgestattet mit dem billigsten was die Nahrungsmittelindustrie herzustellen vermag, wandere lang und weit hinaus und schaue zurück; Cartagena, sehe ich dich wieder ?
Wahrscheinlich, denn im fernen Kolumbien hatte man vor dreihundert Jahren auch ein Cartagena gegründet. Das ist aber schon eine Millionenstadt geworden, liegt an der Karibik und eines ist mir jetzt schon klar: Ich werde an diesen Tag denken, irgendwann wenn ich Cartagenas Schwester in Kolumbien besuche.