Spanien / Aguilas / Almeria

Was für eine Wohltat,  der kräftige Strahl aus der Brause reinigt Körper und Seele. Wie neu geschaffen geselle ich mich nun ins Wohnzimmer zu Piku, einem Langhaarigen 50 Jährigen,  der ordentlich Marihuana paffend wie ein Guru aus Indien ausschaut,  mit seiner dermaßen weiten Hose, dass man in dieser sogar zelten könnte.
Zusammen mit Merce, seiner hübschen Frau, esse ich endlich wieder gut und warm. Um nicht unhöflich zu sein, halte ich noch zwei Stunden aus, gehe aber dan emdlich in die ersehnte Haia….

Ich schlafe komplett durch, wache auf und schon geht’s wieder weiter. Piku ist Gärtner und mal wieder zu spät,  schnell packe ich meine tausend Sachen und muss mit ihm aus der Wohnung.
Herzlich verabschieden wir uns vom eigentlich recht kurzen Miteinander,  und rolle den Wanderwagen aus der Wohnanlage. Mist, jetzt bin ich eingesperrt;  Piku hat vergessen mir das Tor aufzuschließen.
In Spanien sind viele Wohnungen wie ein Sicherheitstrakt organisiert,  nur mit verschiedenen Schlüsseln gelingt der Zugang, erstens in den Hof, dann das Haus, dann die Wohnung.

Ganze 20 Minuten irre ich durch den parkähnlichen Garten bis mich endlich ein Anwohner befreit.  Er dachte sich schon ich sei ein Eindringling,  fragte mich vom Balkon aus  irgendwas auf Spanisch. Ich deute einfach auf den Ausgang und war bald frei.

Gleich nebenan kaufe ich erstmal ein, Mama hat mir ein bisschen überwiesen und somit besorge ich mir frisches Brot,  Salami und eine Dose Oliven,  gefüllt mit salzigem Fisch. Die bekomme ich immer bei meinen Gastbesuchen hier in Spanien und bin nun völlig verrückt danach.

Aber siehe da… im Supermarkt treffe ich plötzlich Sergej wieder. Beim Einkauf.  Na, manchmal, aber auch nur manchmal mache er das gibt er kleinlaut bei.
Na, ob er doch sein Geld hat, weiß ich nicht…. ich jedenfalls muss immer mehr aufpassen,  da nur noch wenig Währung mein Geldbeutel ziert.
Wieder trennen sich unsere Wege, trotz meiner knappen Kasse suche ich den Bus nach Almeria, während Sergej heute weiter läuft,  40 Kilometer Richtung Vera in Andalusien.

7.70 Euro zahle ich für die 110 Kilometer nach Almeria, aber das gehört zum “Plan”, schließlich soll ich am 10.11 in Cadiz sein, dass so weit weg liegt,  das ich es nie zu Fuß schaffen würde.
Dann steige ich aufs Schiff und setze nach Gran Canaria über,  zum Überwintern.  Mein Freund Edmond hat mir das Ticket gesponsert, er ist es auch der mich dann auf der Insel treffen wird.

Doch heute geht’s erstmal weiter nach Almeria, jaaaaa, Almeria dieser bekannte Name von Sonne, Strand und Süden.
Dort bin ich nämlich wieder verabredet über Couchsurfing,  bin dann zu Gast bei Steffen einem Deutschen Auswanderer der mich für zwei Tage aufnimmt.

Somit bin ich aus der Region Murcia raus, einem kleinen aber sehr interessanten Teil Spaniens; ich denke an Dori und Antoni in Murcia-Stadt, an die trockenen Sandberge mit den kratzigen Sträuchern,  die mir immer ein sicheres Zuhause für mein Zelt waren, an Cartagena die Schöne,  an Mazarron und meinem Desaster mit der Reifenpanne, ich denke an die sanften Berge, an die viel höheren dahinter,  an den wohl blauesten Himmel überhaupt,  ja an so vieles.

Jetzt komme ich ein anderes “Land” Spaniens, ich bin in Andalusien.

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