Schottland / Urquart

Nach einiger Zeit, gut zwei Tage später bin ich wieder dort wo die Sonne scheint,  hier hinter Elgin im kleinen Dorf Urquart wo nun mein Zelt im herrlichen Garten der alten Dorfkirche steht und ich mich vom langen Trampen erhole.
Vom finsteren Dunnet Head brachten mich ein deutsches Ehepaar weiter nach John o’ Groats, einem winzigen Nest im allerhöchsten Norden, weiterhin im zähen Grau versunken, wo mir fast die nassen Füße vor Kälte abfielen.
Doch nach langer Zeit des Ausharrens am Straßenrand (hier fahren nur wenige umher) schaffte ich es wieder nach Wick zu trampen, und von dort aus Stück für Stück weiter gen Süden.

Bald schon aber, löste sich wie von Zauberhand der allumfassende Brei aus grauem Dunst und wie eine Fata Morgana leuchtet Sonnenlicht übers verhalten blaue Meer hinüber.
Was für ein Moment,  meine feuchtkalten Sachen wärmen sich im nu auf, und zwar langsam, aber sicher trampe ich weiter.

Elgin und die dahinter liegende Kirche aber erreichte ich leider nicht. Zu langsam kam ich voran und schlug mich am Rande der Küstenstaße ins Dickicht fur die Nacht.

Diesmal aber konnte ich super gut schlafen. Kein Sturm, kein nächtlicher Dauerregen.

Hier und jetzt bin ich aber wieder bei Freunden: Peter und sein Partner, leben über dem Sommer in dieser Kirche mitten auf den Äckern nahe dem Dorf Urquart gelegen,  die allerdings nicht mehr ihrer eigentlichen Bestimmung dient,  sondern als “B&B” fungiert, dem in Schottland bekannt,  üblichen Bed and Breakfast.
Das Innere des über 170 Jahre alten Kirchenbaues, wurde mit Zimmern ausgebaut in denen Gäste untergebracht sind.
Auch ein großes,  gemütliches Wohnzimmer mit vielen Whiskysorten im Angebot rundet die Sache ab.
Peter schwärmt von der “Schottischen Reviera” wie er diese Gegend hier nennt; zu Recht, denn bei diesem herrlichen Sommerwetter strahlt die Landschaft mit ihren gelben Äckern, sanften Hügeln und einer überraschend blauen Nordsee ( ja, ich bin hier oben an der Nord-Nordsee angekommen) wirklich viel Lieblichkeit aus.

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