Schottland / Loch Ness

Also den Loch Ness kenne ich schon lange. Damals hatten wir den in der Schule im Englischunterricht zum Thema und jetzt sitze ich hier am Zelt ganz in seiner Nähe.
13 Stunden verbrachte ich nun hier im Unterholz,  bot zahlreichen Moskitos reichlich Nahrung und wurde nächtens von Spinnen als Kletterobjekt benutzt.
Jetzt wird es an der Zeit mal diesen Loch Ness zu finden um ein reinigendes Bad zu nehmen.  Bin ein wenig verschwitzt,  da – kaum zu glauben, die Nacht wirklich warm war…

Die Briten dürften wohl die größten Adelsanwesen überhaupt haben; wieder versperrt ein solches ” Estate” den Weg zur besten Aussicht.  Doch hier draußen sind die Tore zum Glück offen, da auch viele der alten Adelssitze teils als Hotelanlagen, Golfplätze oder sonstigem Müßiggang gegen Bezahlung offenstehen.
Somit stapfe ich mal mit meinen schweren Taschen durch die pompösen Tore und schreite auf einsamen Pfad durch eine parkähnliche Landschaft, instinktiv dem großen Wasser entgegen,  das sich blaublitzend durch das Dickicht des Privatwaldes abzeichnet. Niemand sieht mich hier und ich schlage mich durchs Gestrüpp ans ersehnte Ufer des legendären Loch Ness.
Hier sieht mich keiner, mache mich nackt und holpere über die glitschigen Steine ins eiskalte bräunliche Nass, rutsche aber aus und klatsche danieder.
Ob ich aus Schreck oder wegen der wahnsinnskälte des Wassers fast einen Herzinfarkt kriege, erschließt sich kir nicht auf Anhieb.
Mit zitterndem Knien, aber Gottseidank völlig unverletzt,  gib ich mein Vorhaben auf und genieße nur noch diesen Ort hier, der von Zeit zu Zeit doch noch immer friedlicher wird, nicht zuletzt weil ein wunderbares Wetter alles so schön macht…

Eine gute Stunde später,  schleiche ich mich wieder zurück,  durch die gepflegten Anlagen an die Straße und trampe weiter nach Inverness, meinem heutigen Tagesziel.

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