… Ist nun auch wieder Geschichte; nachdem ich zwar nur sechs Tage auf der Insel war, konnte ich mir aber zumindest einen Eindruck verschaffen, nicht nur um einfach zu sagen: “ja, ich war einmal da gewesen”, sondern auch ein Gefühl für den Ort zu bekommen, ein “Mallorca Gefühl”.
Abseits meines hauptsächlichen Standortes, zu Gast bei Ricky in Playa de Palma mitten im/am “Ballermann” gelegen, bin ich noch mit dem Bus hoch in den Norden der Insel um einfach mal die Ausdehnung zu erfahren. 80 Kilometer von Palma bis nach Port de Polença sind es einmal quer über die Insel, die mit ihren 3600 Quadratkilometern nur wenig größer als Teneriffa ist, viel größer aber als Gran Canaria und somit Spaniens dickste Insel ist.
Im Westen ragen hoch die markanten Gipfel der “Serra Tramuntana” in den blauen Himmel, ein richtiges Gebirge dem die weiten, sanft hügeligen Ebenen im Osten gegenüberliegen, eine weite Landschaft komplett zersiedelt; 950.000 Einwohner, (davon 65.000 Deutsche “Residenten”) lassen auf der Insel kaum noch Platz, Mallorca kommt mir irgendwie wie ein riesiger Garten vor, wo nahezu jeder Grashalm gekämmt und gelegt ist, wo perfekte Infrastrukturen einen reibungslosen Durchgang der jährlich gut 10 Millionen Touristen garantieren sollen.
Da schlurfe ich etwas unterfordert durch dieses Port de Polença, einem perfekten Kulissen-Wohlfühl Ort, der mich zugegeben etwas langweilt. Ich suche nach etwas “echtem”, nach etwas vielleicht wilden…. und klettere abseits der blanken Fassaden, abseits der Reihenbepflanzungen aus der urbanen Perfektion über einen der Zäune, hoch in die steilen Hügel.
Ja, hier bin ich nun in einem anderen Mallorca, da wo man nicht hin darf, klettere weiter und weiter, ungefähr 200 Meter hoch auf nacktem Fels, teils durchwachsen mit kratzigen Gestrüpp oder kleinen Buschpalmen und stehe irgendwann oben auf einem Vorsprung, lausche der Ruhe hier oben und gucke auf den pittoresken Hafen da unten…. ich bin stolz, hier oben in der Wildnis sitze ich nun fast eine ganze Stunde und fühle mich als sei ich auf einem Mallorca vor 200 Jahren zu sein, wende meinen Blick von all den Wohn und Hotelblöcken gen Westen und sehe nur noch Stein und Gebüsch.
Später klettere ich hinab und nehme den nächsten Bus zurück nach Palma.