… Metropole adè, …. ¡Holla Landleben!

Mit Flamenco im Blut geht meine Sevilla-Mission nun zu Ende. Mit all den vielen Eindrücken, und Geschichten die mir Oscar zu erzählen wusste, -jemand der seine Heimat versteht und liebt, geht’s für mich schonwieder weiter.
Gestern noch überwand ich mich zu einem Flamencoabend, einer weiteren sehr Sevilla Typischen Sache: Der Flamenco,  eine eher traurig gesungene Musik,  aber mit flotter Gitarre und noch temperamentvollerem Tanz, fand in Sevilla vor Jahrhunderten ihren Anfang.
Damals wie heute machen das die “Zigeuner” -in Spanien verbreitete Sinti, die allerdings hier teils assimiliert, ganz anders als herkömmlich in Gesellschaftlicher Randstellung, integriert sind.
Doch im Zuge der Europäischen Öffnung,  teilt auch unter ihnen eine tiefe Kluft die soziale Lage; die in den letzten Jahren aus Rumänien hinzugezogenen Roma finden auch hier nirgends irgendwelchen Anschluss und betteln auf den Straßen teils recht aggressiv.

Bis 11 Uhr hielten es meine Gastgeber aus, dann trieb ihre eigentlich eher für Spanische Verhältnisse untypische Müdigkeit nach Hause. Mir solls recht sein, da ich nicht nur aus Freude und Dankbarkeit meine Gastgeber zu Wein und Tapas einlud, sondern auch ungern bis nach Mitternacht wach bleibe.
Die beiden schien sogar ärmer als ich zu sein; die Weine, Colas und die eine Limo, die sie sich teilten,  verschlangen sie mit solcher Gier, dass ich mich kaum noch zurückhalten konnte, weiter zu bestellen.  Jaja, ich kann mir das eigentlich nicht leisten,  aber dennoch; mir wird immer überall sooo viel geholfen.  Wen ich also habe, gebe ich auch was ich kann.

Außerdem,  in Sevilla ist es garnicht teuer; gerade mal 70% des deutschen Durchschnitts zahle ich hier schon in der Innenstadt. Ein Doppelzimmer bekommt man schon für 30 Euro.

– Es geht weiter: 14 Euro für den Bus nach Merida, weitere 10 Euro fürs Essen als Vorrat. Zwar bin ich wieder über Couchsurfing gut organisiert,  und werde in Merida von Juan erwartet,  aber wer weiß,  bei Oscar gab es ja auch keine “Vollverpflegung”, (ich aß ihren Studentenkühlschrank nicht leer) und somit habe ich Sicherheiten in meiner Voratskammer am Wanderwagen.
Dieser ist wieder schnell verstaut im riesengroßen Gepäckraum des Überlandbusses und auf geht’s,  220 Kilometer nach Norden ins unendliche, Graue, Verregnete Hinterland….

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