Köln verließ ich in Richtung Westen und hatte in Kerpen mitten auf dem feudalen Schlossgelände von Burg Berghausen mein Zelt aufschlagen dürfen. Ich hatte dort an der Tür geklingelt und nach einem Stück Wiese irgendwo um die Schlossanlage gefragt und konnte gleich mittendrin campieren. Einfach toll. Danach führte mich der Jakobsweg über Düren nach Aachen, wo ich schon mit meinem lieben Freund Georg verabredet war. Georg ist 61, hat Theologie studiert und ist Musiker. kennen gelernt habe ich ihn ein Jahr zuvor auf dem spanischen Jakobsweg. In Aachen hielten wir uns nun einen vollen Tag auf, um anschließend quer durch die Eifel nach Trier zu wandern. Von Aachen nach Trier gibt es eigentlich keine bekannte Jakobsroute. Zwischen Köln und Trier aber sehr wohl, die „Via Colonensis“, auf der wir dann gemeinsam auf der Höhe Blankenheim gestoßen sind. Der Jakobsweg ist letztendlich immer dort, wo man ihn geht. Nur nach Santiago soll er führen, was die einzige wirklich feste Größe dieses Weges ist. Ob in Etappen über verschiedene Zeiträume oder auf einen selbst gewählten, eigenen Weg, der abseits der etablierten Pilgerrouten liegt ist Wurscht. Es ist eine Herzensangelegenheit ohne starre Regeln.