Mein letzter Tag….

…. auf der Insel.
Heute muss ich noch einiges machen; am Wanderwagen etwas besteln, ein Ersatzteil für mein Rasierapparat finden und nahezu alles an Wäsche was ich besitze in Tonys Waschmaschine befördern. Morgen werde ich dann um halb elf von Klaus abgeholt und nach Las Palmas  gebracht,  zum Hafen wo das Schiff nach Cadiz wartet.
Momentan übernachte ich wieder bei Tony, diesmal aber in meinem Zelt, dass auf dem Pflaster seines kleinen Hinterhofes noch Platz findet. Im Haus ist schon alles belegt; die zwei Jungs aus Polen (die hier für immer bleiben wollen und nach einer Wohnung suchen) und Tonys Ex-Freund aus London,  der hier zu Besuch weilt, sorgen für Hostelfeeling im kleinen Habitat.

Gleich aber, ziehe ich noch durch die mir mittlerweile so vertrauten Straßen,  um’s berühmte Yumbocenter bis hin zu den Dünen,  vorbei ans Riu Palace, dem allerseits bekannten Strandhotel mit Sicht auf das Sandmeer und hinüber zum Strand,  wo ich fast jeden Tag bin.

Ich werde es vermissen,  immerhin führte ich hier ein kleines Leben in sich, fand Freunde und sah hinter den Kulissen (im wahrsten Wortsinn – Playa del Ingles besteht fast nur aus Fassaden touristischen Lebens) – wie die wenigen Einwohner ihren Alltag verleben, sah ihr Zuhause und lauschte ihren Geschichten,  Geschichten wie jene vom lieben Klaus, der mal vom ach so fernen St. Peter Ording nach hier her zog, sich zuvor von seiner Ehefrau trennte, die aber später als Trauzeugin auf der Hochzeit mit seinem Mann dabei war.
Klaus wechselte die Ufer, liebt nun Yoshi der 28 Jahre jünger ist.
Eine von vielen Storys hier im Klein-Las Vegas, oder dem Klein-San Francisco der 68er, welches hier -im Gegensatz zum Original,  nie wirklich seine alte Freiheit vergessen hat.

Doch ich fühle es; ich will wieder weiter.

Der Horizont ruft….

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