… Marbella …

Was ist schon Geld, sagte ich damals zu Jens als er mehr als notwendig zu spenden vermochte; irgendwie garnichts, wie auch alles… ja, somit hat sich mein erster Laster, diese ständigen Sorgen mal irgendwann auf der Straße ohne alles zu stehen,  einfach erledigt.  Zumindest für die nächsten Monate, und das auch nur wenn ich weiter so sparsam und bescheiden bleibe wie sonst.

Doch welch eine Erfahrung: Zwei Nächte für fast 500 Euro in dieser Anlage, umgeben aus Subtropischen Gärten mit einem Frühstücksbuffet wie ich es im Leben noch nie sah; allein und unsicher fand ich mich morgens im exklusiven “Sea Club” ein, leicht ließ sich die schwere Glastür öffnen zur komplett anderen Welt.
Da stand ich nun, mit meinen ausgeleierten Klamotten mittem im Glamour, Blicke trafen mich von solch anderen Menschen, wie man sie eben nur hier findet.
Wie ein fremdes Bakterium fühlte ich mich, eingedrungen in den Innenraum einer exklusiven Zelle, befeuert mit Antikörpern kritischet Blicke…. “Mister, you are welcom” heißt es dann doch noch vom eleganten Ober.
… Ich flüchte.
Ja, ich flüchte;  “sorry, i wait for my friend” – und sah nur noch zu  mich jenseits der Glastür wiederzufinden.

Das war alles zu viel, wobei total hungrig spurte ich über die Promenade von dannen in der Hoffnung auf einen Mac Donalds.
Verwirrt schwirrten mir noch die feinsten Köstlichkeiten im Sinne, die ich verschmähte, total überfordert hatte mich das.

Sehr viel später dann aber, saß ch auf den Bordstein neben einen Mercadona Markt und stopfte mich voll mit Weißbrot und Salami aus dem Sonderangebot.

Was passierte mit mir, kann ich allem Wiederstehhen,  alles schaffen und jede Lage meistern (wie bisher) ?
Aber nur dem Luxus nicht ?

Naja, ich dachte besser so, als andersrum….

Jens war nur Abends bei mir, und wollte mit der Aktion mal eine andere Perspektive aufzeigen.  Gelungen ist ihm das durchaus,  da auch der Wohlstand im Überschwank ein nicht unwesentlicher Bestandteil dieser Welt ist, und den durfte ich somit kennenlernen.

Am nächsten Tag aber, fasste ich mich nochmal ans Herz und ging hinein zum Labsal der Bessern Gesellschaft,  und war der erste im Morgengrauen welcher sich wie eine fremde Amöbe über die elitäre Substanz erlesenster Köstlichkeiten hermachte.
Wenn Jens, mein edler Gönner dies liest, würde er sicher fragen warum ich so empfinde.

Ich betrete schließlich hiermit einen ganz neuen Kontinent,  komme aus fernen Gefilden in die Kristallwelt vollkommener Perfektion.

Es ist keine Scheinwelt, es ist die Welt auf der “anderen Seite”.

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