So heißt die südlichste Region auf dem Französischen Festland, von der Straße aus Barcelona kommend, freue ich mich nun auf den lieblichsten, vielleicht auch sympathischsten Teil Südfrankreichs; der Languedoc, eine zum Teil ganz flache Landschaft mit viel Weinbau, Grasland und vielen dem Mittelmeer vorgelagerten Seen deren Salzwasser nur karge Vegetation zulässt, aber auch Heimat hunderttausender Flamingos ist, die wohl aus Afrika hierher kommen.
Diese Marschlandschaft ist in Frankreich einzigartig, das Klima ist hier selbst im Winter bei weitem milder als noch 300 Kilometer nördlich, und vor allem seien die Menschen hier einfach netter, das Leben erschwinglicher als an der berühmten Cote Azur, 200 km weitet östlich. -Sagen mir die Franzosen.
Einen davon kenne ich jetzt gut: Maxime, ein Zuwanderer aus dem fernen Elsass, fand hier in Montpellier vor 15 Jahren seine neue Heimat, hier ganz unten im tiefsten Süden der “Grande Nation”, die ansonsten allerorten in schmuddeliger Winterkälte erstarrt.
Nur hier nicht, und seine Gastfreundschaft brachte er gleich mit; drei ganze Tage bin ich in seiner kleinen Wohnung zum “Couchsurfen” eingeladen, im hypermodernen Stadtteil Malbosc, irgendwo im Stadtgebiet der Großstadt Montpellier, die so ganz anders rüberkommt wie all diese Spanischen Städte der letzten Zeit….
Viel zurückhaltender und unscheinbarer sehen Französische Städte aus, ganz im Gegensatz zu den Hochhauswahn der selbst Spanische Kleinststädte seltsam verunstaltet. In Frankreich kommt mir die große Universitätsstadt Montpellier da schon eher beschaulich vor, auch wenn hier großes im Plan ist: Montpellier 2040 sieht vor die Stadt weit expandieren zu lassen; Frankreich wächst und wächst, jedes Jahr sind es 350.000 Franzosen mehr, teils durch eine sehr ausgeglichene Geburtenrate, die sehr im Gegensatz zum großen Nachbar im Osten steht, zum anderen durch all die Zuwanderer, vor allem aus Afrika.
Wahrscheinlich kommt es so, dass Frankreich um 2050 sogar Deutschland in der Einwohnerzahl überholen wird, (Frankreich heute = 64, 5 Millionen Einwohner, Deutschland = 80, 5 Mio)
Und Montpellier? Liegt ganz unten in der Sonne…. Neubauten überall, junge Leute die hier bleiben wollen und jede Menge Platz; Frankreich ist groß, gut 35% größer als Deutschland und hier lässt es sich gut leben; Maxime lädt mich sogar noch zu einem tollen Ausflug in die Umgebung von Montpellier ein, ich sehe das Meer und die wirklich charmante Kleinstadt Sete, einer von ganz vielen Kanälen und Gewässern durchzogene Ortschaft, zwischen dem Meer und einem See auf den kleinen Landstreifen gelegen, der vom Monte Saint Claire begrenzt wird, auf dem wir dank Maximes Fahrlust mit dem Auto hinaufbrausen; ich schaue weit in die Landschaft, fasse mal wieder mein Glück kaum einen solch tollen Menschen getroffen zu haben, – ich bin gedanklich noch bei diesem fantastischen Essen, einer Spezialität der Gegend; Muscheln in grüner Würzsoße mit Tagliatelle. Dazu der wohl typischst Französische Aperitif, dieser “Pastis”, ein Anisschnaps mit Wasser verdünnt, und einem Rosè dazu…. Gott in Frankreich, ja das bin ich jetzt 🙂