Italien -Region Veneto- (25.09.2014)
Venedig.
Doch abseits der Wucherpreise findet man es noch, das echte Venedig. Ruhige Gassen und Kanäle erkunde ich neben den Hauptwegen zwischen Markusplatz und Rialtobrücke, Hier kann man noch verweilen und träumen, mitten im “Centro Storico” wie in Italien die Altstädte genannt werden, tief im morbiden Gewirr alter Mauern, atme ich den etwas modrigen Geruch von Mörtel und Brackwasser.
Sie war einmal, die “Serenissima Republika di San Marco” – jene Erlauchte Republick des Heiligen Markus, die das hier alles geschaffen hatte. Bis 160.000 Einwohner lebten auf der Stadtinsel damals, große Familien in kleinen Räumen, deren Häuser teils nur mit Booten zu erreichen waren.
Heute können sich die meisten es sich nicht mehr leisten hier zu leben; mehr und mehr Wohnraum wurde und wird den allgegenwärtigen Tourismus geopfert; Gästezimmer braucht die Stadt, sodass nur noch 58.000 Venezianer hier Zuhause sind.
Die meisten zogen rüber ans Festland in den Stadtteil Mestre, der schon an sich selbst eine wahre Großstadt ist. Mit Raffinerien, einem riesigen Industriehafen und jeder Menge Hochhäuser zeigt Mestre ein ganz anderes Venedig als wir es kennen.
Eben daran denke ich hier am Kanal, wo es schon vor 1000 Jahren angefangen hat.
