Italien -Region Sizilien- (05.12.2014)
Der Regen draußen wird heftiger, das Schiff scbwankt auch immer mehr.
Doch irgendwann sind die grellen Lichter des Hafens von Milazzo zu sehen, die wirren Lichter dieser großen Raffinerie dort die wie eine Kirmes von weitem aussieht.
Rabenschwarz ist aber die Nacht und zum Glück regnet es jetzt mal nicht, ich laufe in die Straßen Milazzos umher, flirte mit dem Gedanken hier einfach ein Zimmer zu nehmen, finde ein Hotel und flüchte anschließend vor den 65 Euro Zimmerpreis…. gehe in eine Bar, die hier so zahlreich sind, spreche irgendwelche Leute an ob jemand einen Platz für mein Zelt wüsste, oder irgendwas für mich hätte, eine Garage, einen Flur, eine Gartenlaube, was weiß ich…. doch wie so oft hier in Süditalien, die Leute sind unnahbar, recht uninteresiert mir zu helfen….
Draußen plästert es mal wieder heftig, der Wirt fordert mich auf mal was zu bestellen…. ich stürze in ein Loch, fühle es zumindest so.
Die alten, löcherigen Schuhe schützen kaum noch vor Nässe, schnell sind die Füße wieder eiskalt und nass. Eine Zeitung konnte ich noch klauen und stopfe Papier hinein, das lindert wirklich gut.
Instinktiv laufe ich zum Strand, der Wind bläst aber wirklich heftig….. soll ich denn jetzt doch für 65 Euro ins Hotel?
Was machen jetzt?
In tiefer Finsterniss das Zelt bei Sturm am offenen Strand aufbauen?
Ratlos stapfe ich durch den groben Sand, das schwarzdunkle Meer tobt. Ich laufe wie ferngesteuert in eine schmutzige Halle, die offensichtlich leersteht, finde eine saubere Stelle auf dem Beton und freue mich über dieses Glück; laut prasselt der Regen auf das Wellblech über mir. Alles hier ist trocken, nur dahinten plätschert laut das Nass vom Dach auf den Müllbedeckten Beton….
Ich baue das Nachtlager auf, jeder Handgriff sitzt auch bei absoluter Dunkelheit – glaube ich….
Mein Gott, geschafft, diese Nacht ist sicher ….
