Italien -Region Sardinien- (12.11.2014)
Weit ist es wieder, dieses neue Land südlich von Korsika; dreimal größer (24.000 Quadratkilometer) und fünfmal Einwohnerreicher (1,68 Mio Menschen), meine neue Welt in der ich jetzt eintauche.
Wie die Korsen sind auch die Sarden (Sardinen leben im Wasser nebenan) eine eigene Volkskultur: Ursprünglich ein Gemisch aus Nordafrikanern (Arabisch) Italiener und Griechen, finden sich heute die Menschen dieser großen Insel in eigenen Traditionen besser wieder als im allgemeinen Nationalen Italien der Gegenwart.
Allerdings streben -im Gegensatz zu einigen Korsen- die Sarden nicht nach Autonomie, die Insel versteht sich fast auschließlich als Teil von Italien; Rom liegt drüben auf der anderen Seite, – wir hier. Das schafft auch kulturell Distanz und tut der Nation irgendwo gut.
Sardinien nennt sich gern selbst “Ichnoussa” (so heißt auch die erste Biermarke hier) und schon die alten Griechen nannten das Land “Sandalyon”, wegen seiner Form die einem Fußabdruck gleicht.
Und dieser Fußabdruck hat es auch in sich: Mit über 350 km Durchmesser von Nord nach Süd (meine Route) und 130 km von West nach Ost, erstreckt sich da eine ganz schöne Landmasse inmitten des blauen, warmen Mittelmeeres. Mit 1834 Metern ragt der höchste Berg zwar nicht so hoch hinauf wie noch jene in Korsika, überblickt aber ein weiteres Land mit kleineren Bergen und vor allem Hügeln, oft ungenutzt, wenn dann als Weidegrund oder in Natura als “Macchia”.
Macchia ist der übliche Begriff von Spanien bis Italien für den mediterranen, niederen Buschwald, der in diesen Ländern ein ganz typisches Markenheichen weiter Landesflächen ist. Auch gut für mich, hier kann ich immer gut versteckt zelten.
Mit Sassari erreiche ich dann auch die erste Stadt; mit 130.000 Einwohnern die Nummer zwei der Insel, im Norden gelegen, ca 12 km von der herrlichen Küste entfernt, versuche ich heute hier jemanden zu finden der mich aufnimmt; Mario, ein “Interessent” von einem Online-Netzwerk, verpasst mir aber kurzerhand eine Absage, toll…so fängt meine www Sitzung mal wieder gut an. ….Mario dachte ich sei als Tourist in irgendeinem Hotel … (hab ihm aber zuvor mindestens zweimal geschrieben, dass ich eine Couch in Sassari suche zum nächtigen…) naja, nur lesen sollte man schon seine Messages….*grummel*
Mal sehen, muss jetzt gucken wie ich außerhalb der größeren Stadt nun etwas Wildniss finde für mein Zelt…draußen (ich blicke aus dem Cafe hinaus) regenet es aber wieder in Strööööööömen….
Ok, ich führe zuende: Mit Cagliari (gesprochen: Kaliari) besitzt Sardinien auch eine (Regional)Haupstadt, die als Ziel für die nächsten 2-3 Tage ansteht. Dort wartet bereits Max auf mich, mit dem ich schon lang im Onile-Kontakt stehe, ein ausgewanderter Landsmann dem ich hoffentlich mehr vertrauen kann.
Cagliari hätte im übrigen Menschen genug; mit 408.000 Einwohnern leben allein dort mehr als auf ganz Korsika. Soviel zum Vergleich beider Inseln, deren Schönheit aber in keiner Weise voneinander abweicht; beide Inseln sind umwerfend spannend, jenseits von Mallorca oder Sizilien eher weniger bekannte Welten inmitten des großen, mittelländischen Meeres.
(Bild: Auf dem Weg nach Sassari komme ich durch Castelsardo, und würde jetzt so gern einfach aussteigen…. doch sitzen bleiben: In wenigen Stunden wird es wieder dunkel, muss Sassari erkunden und Mario erreichen, der Tag ist nur noch halb so lang…)
