Italien  -Region Sardienen-  (02.11.2014)

Fast 200 km übers Meer, in sechs Stunden kam ich hierher, zur Insel Sardinien, einer eigenen Region Italiens die ich allerdings erstmal nur schneide, um weiter nach Korsika zu gelangen, später kehre ich wieder zurück und erkunde Sardienien ausführlich.
Dennlch lande ich erstmal hier in diesem traumhaften Ort Santa Taresa, ganz oben im Norden der großen Insel gelegen, mit Blick auf Korsika das 15 km auf der anderen Seite liegt.

Es ist noch nicht spät, aber ich bin total fertig. Heute wartete ich Ewigkeiten auf Busse die nicht fahren, kämpfte dann um einfachstes Essen…. am Feiertag ist im Katholischen Italien alles zu. Zumindest in den kleinen Orten habe ich keine Chance was zu finden; Geisterstädte sind da noch lebendig gegen….. so lief ich durch den ganzen Ort, auf und ab, suchte verzweifelt nach irgendwas essbaren, fand dann eine Bar, ja gleich zwei und einen Laden der doch noch offen ist. Träum ich?
Keine Ahnung, im Laden aber verwirren mich extrem hohe Preise für die ansich schon etwas teureren lokalen Produckte, aber 6 € für ein winziges (!) Glas Pesto, 10,20€ für eine Sardische Salami, gerade mal doppelt so groß wie eine Bifi…. über 20€ für Käse nicht größer als meine Faust es ist…. und so weiter, und so weiter…  WER SOLL SOWAS DENN KAUFEN ????

Die Sarden sollen vom Einkommen unter dem Italienischen Durchschnitt liegen….. ich verstehe mal wieder die (Geld)Welt nicht…. erst recht in den beiden Bars, die als einfache, schlichte Lokale mir allen ernstes die 0,33l Flasche Bier für 4€ andrehen wollen….. ich lache laut und winke ab, sage “Maaaafiaaaa” und ziehe von dannen, auch ohne die laffen Sandwiches in der Auslage, für je 3,50 bis 5€ …..

Also ziehe ich Register: Ich klingel an den Türen und “bettele” um Essen….allerdings mit einem fünf Euro Schein in der Hand, somit kommt die Sache wenigstens seriöser rüber und zak: Eine zwar etwas grantige, aber wohl verständnissvolle, ältere Frau versteht kein Wort meines Italo-Englisch, gibt mir aber nach einigen Minuten Wartezeit vor ihrer Tür mit ohrenbetäubenden bellen ihrer hysterischen Töle, eine ganze Plastiktüte voller Nahrung. Auch Wasser aus der  Leitung mit lecker Chlorgeschmack gibt’s dazu, abgefüllt in alten Weinflaschen.

Schwer, schwer bepackt finde ich instinktiv unterhalb von Santa Teresa einen traumhaften Platz für die Nacht. Inmitten der Klippen und wilden Granitfelsen, verstecke ich mich und schlafe unter freien Himmel, unter gleißenden Sternen in der Nacht….. es ist zweiter November, es ist fast wie im Sommer…

(Bild: Mein Bett in der Mondlanschaft, weich auf meiner Luftmatratze im Granit…. schlafe ich traumhaft nach einem harten Tag…)

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