Italien -Region Lazio- (31.10.2014)
Die Region Lazio ist natürlich stark von der Metropole Rom dominiert, wobei dort weniger als die Hälfte der 6 Mio Einwohner leben, verteilen sich die anderen in den vielen Kleinstädten, von denen eine der Haupthafen Civitavecchia ist, eine gemütliche, freundliche Kleinstadt mit 51.000 Bewohnern. Hier angekommen habe ich viel Zeit da die Fähre nach Sardinien erst um 22 Uhr losmacht. Passt gut, dann kann ich auf See übernachten.
Die 36 Euro berappe ich im guten Gewissen, da ich von einem Freund in Hamburg die Zusage einer Geldspende freudig empfangen habe. So allmählich schwelge ich nicht mehr im Geldsegen, da meine recht guten Ersparnisse des letzten Sommers, bis auf mittlerweile 250 € erschöpft sind. -davon zahle ich jetzt noch das Ticket, stelle mir für weitere 18 Euro ein Fresspacket zusammen aus dem Supermarkt. Mann, ist das ein teures Land………………………….
Wartend (wobei “warten” sieht anders aus…) verschlinge ich heißhungrig den Großteil meiner Essensvorräte, dümpel mit angespannten Bauch, etwas mich schämend vor dieser Zügellosigkeit, zum Hafen…. versuche noch zu posten hier, schreibe noch über Rom…bin stark im Verzug.
Später, es ist stockfinster, passiere ich die “Sicherheitskontrollen”….. heute in Zeiten der Flugzeugattentate, Salafisten-Terror und Sprengstoffgürteln streite ich heftig über mein Messer, mit einer ca 12 cm langen Klinge welches ich schon immer als alter Camper überall dabei habe. Das wollen die mir weg nehmen, da ich ansonsten auf der Fähre damit sofort jemanden töten würde. Ich zeige einen Vogel, rege mich auf, schließlich bin ich damit auf Fähren nach Gran Kanaria, Mallorca oder Irland ohne weiteres unterwegs gewesen, ganz ohne Bludbad, nur hier im -Mafia-Italia- soll das plötzlich nicht “möglich sein”?
Blablabla…. ich schimpfe und ziehe von dannen, mein gutes, altes Messer ist weg…. nur wegen dieses blöööööde Schiff….unglaublich.
Aber siehe da: Einer der Panzerartig gekleideten Sicherheitsleute, ein symphatischer, junger Mann, ziegt mir meinen Dolch versteckt in seinem Ärmel, brabbelt diskret mit den anderen Sherrifs und geht mit mir an Bord. Dort verwahrt das Personal an der Rezeption meine “Waffe” die ich mir morgen um sechs in der früh abholen kann. Dann kommt das Boot in Olbia an, dem Hafen auf der Insel Sardinien.
Stress lass nach, ich vergesse meine Sparsamkeit und kaufe eine kleine Dose Bier für 3,50€ …. gewonnen, was in kaum einem anderen Land funktioniert, geht im temperamentvollen Italien offensichtlich gut: Rege dich auf und dir wird geholfen.
