… Bin ich nun, wobei es sich um Monaco ganz klar um einen Stadtstaat handelt auf lediglich zwei Quadratkilometern, die völlig überschaubar, angeschmiegt and die ins Meer absteigenden Berge der Cote Azur liegen, jedoch markant und dichtgedrängt mit seinen Hochhäusern etwas seltsam ausschaut, dieses Monaco.
36.000 Einwohner leben in diesem winzigen Fürstentum und es werden immer mehr; von 1 – 10 Millionen Euro kosten die Wohnungen in langweilig aussehenden Hochhäusern der 60er Jahre; schnöde Balkonfronten inklusive Markise, – im Durchschnitt für 3, 5 Mio € zu haben, wenn überhaupt. Wohnraum ist extrem knapp in Monaco dessen dörfliche Ausdehnung die Enge und somit die Immobilienpreise ins Unendliche treiben… somit ist Monaco die wohl einzige Kleinstadt der Welt mit Wolkenkratzer von über 130 Metern Höhe, deren obersten Stockwerke 20 ja 30 Millionen “wert” sind.
All das dreht sich eigentlich um dieses Casino im Zentrum, sowie dem legendären Hotel de Paris gleich daneben; Noch nie habe ich einen solch offenen Luxus gesehen, für jedermann zugänglich wo Ferraris oder Bentleys gleich im Minutentakt vorfahren.
Windige, aber schon sehr nach Millionär aussehnde Gestalten und sehr, ja sehr, aufgetakelte Luxusgewächse als Vorzeigegattin an deren Seite huschen aus dem Gefährt gleich ins Casino. Andere stehen einfach lang im Eingang von Hotel oder Casino um offensichtlich gesehen zu werden, ein Spiel dem ich trotz meiner eher linken Politisierung, garnicht mal so ungern beiwohne. Zwischen all den 250.000 bis 600.000 Euro-Schlitten, finde ich noch genug Platz mit meinem Wanderwagen.
Welch ein Kontrast.
Aber auch hier in dieser tatsächlichen Paralelwelt der Superreichen gibt es einen Platz für mich, ja sogar jemanden der ein Teil dieser Welt ist, wenn auch nicht so vermögend.
Jean ist bekannt hier, zwar nicht unbedingt wie ein “bunter Hund”, aber schon eben sein Hund “Ramses”, der mit seinem Herrchen jeden Tag seine Runden ums Casino zieht, und die alten Damen des ganz großen Jet-set verzaubert. Ramses ist nämlich ein Afghane, wobei irgendwie tollpatschig doch immer auch elegant, hier hinpasst.
Jean fand ich ebenfalls in einem Kontaktnetzwerk im Internet, er lud mich ein was eine glückliche Sache war; im kleinen Monaco wo ca 50% der Einwohner Millionäre sind, fand ich zuvor keinen Gastgeber bei “Couchsurfing”. Die ganz Reichen bleiben ja bekanntlich gern unter sich, auch wenn es ihnen schon gefällt von all den Touristen bewundert zu werden. Es war schon seltsam offensichtlich als ich diese superelegante Frau auf einer der vielen, riesengroßen 50 Millionen € Yachten im kleinen Hafen sah, wie sehr sie sich zeigte. Schnell zückten die permanent anwesenden Touristen gegenüber an der Anlegestelle ihre Kameras….
Kurz ist mein Aufenthalt in diesem so besonderen Ort in dem ich mich so wohl wie unwohl fühle; Jean, der mich hier eingeladen hat, gibt mir eben auch dieses notwendige Feeling wilkommen zu sein. Hätte ich hier niemanden, würde ich bloß nur schnell einmal durchmarschieren und auf der anderen Seite eventuell am Strand schlafen…. doch somit habe ich auch Monaco “geschafft”, fand “meinen” Monegassen (so heißen die Einwohner hier) und konnte in seinem Leben blicken, etwas hinter den Kulissen dieser einzigartigen Welt schauen, die aber eben auch solch “normale” Menschen wie eben Jean ist, braucht.