Bäh ist das kalt, wieder soooo kalt und feucht.
Grau legen sich die späten Ausläufer des vergehenden Winters über die sonst so schöne Stadt Bern, die ich heut früh mit Sack und Pack verlasse.
Wieder an einer Autobahneinfahrt stelle ich mich, diesmal mit einem Pappschild mit der Aufschrift “Basel”, dem ersten Etappenziel für heute.
93 km liegt das weit, doch es geht nicht voran, ich stehe im feuchtkalten Wind ganze anderthalb Stunden. Mein tramper – Daumen friert extrem, ständig muss ich den weit in den Windzug halten, die Finger sind eiskalt…uff …
Aber nie aufgeben, ich warte und es hält endlich was, ein junges Mädel, Sitzheitzung und viel Interesse für die Geschichte in Kurzfassung über das Wanderleben. Reicht zwar nur bis zum nächsten Rasthof, doch dann die Überraschung: 10 Franken gibt sie mir als Spende…
Auto Rasthof – hopping mache ich über alle drei Raststätten zwischen Bern und Basel, lerne nette Leute kennen, schaffe den Sprung über die Grenze nach Deutschland weil ich mich zwei älteren Landsleuten ziemlich aufdränge, ja anbettel um durch Basel ins Heimatland zu kommen. Ist schon lustig, die wollen eigentlich garnicht, nehmen mich aber dennoch mit.
Dann wechsel ich in ein anderes Auto, erzähle wieder über das Wanderleben, bekomme nicht nur 200km sondern auch 20 € geschenkt. Krass, je weiter ich kostenlos vorankomme, um so mehr füllt sich das Portemonaie… hey, also weiter, weiter geht’s; “TR” lese ich, jaaaaa, hier unten am Auto-Rasthof Hockenheim finde ich einen Trierer, – will ja nach Trier.
Malermeister Zengerle im Kleinbus hat auch nichts dagegen, Platz ist ja genug sagt er freudig. Doch seine Frau ist da ganz anderer Mainung, “neeeee, also dat habi noch nie jemacht” …. “Messercheck” (!?) sagt sie noch, und ich gib alles um sie zu überreden, “hab doch nur ein Plastikmesser von Mc Donalds dabei” sag ich.
Erstmal nen Kaffee in der Tanke.
Fünf Minuten später bin ich im Maler-Meister-Kleinbus auf den weiten Weg nach Trier…. geschafft: 600 km über viele Autobahnwirren an einem Tag, plus 30€ Taschengeldzugabe.
Tag erledigt; Pizza mit Georg, fünf Tage Trier und Gartenarbeit sind angesagt.