Frankreich -Region Korsika- (04.11.2014)
Die “Metropole” der Insel: Ajaccio, an der steilen Westküste gelegen hat zwar nur 70.000 Bewohner, wirkt aber sehr betriebsam; auf vier Kilometer pressen sich in einem Streifen flacheren Landes jede Menge Hochhäuser, der Verkehr konzentriert sich auf eine einzige Hauptverkehrsachse längs der dichten Siedlung. Annabell setzt mich gleich neben dem “Leclerc” Supermarkt nahe dem Zentrum ab wo ich erstmal meine leere Vorratstasche auffülle und ab zum Zentrum ziehe, WiFi suchen, 3,50 für eine Cola dafür zahlen (meine Bitte eben mal kurz ins Netz zu gehen, ohne ein Getränk zu bestellen, wurde abgelehnt) und anschließend einen Treffpunkt mit meinem Gastgeber ausmachen.
Am Bahnhof, der klein und überschaubar als Treffpunkt gut eignet, finde ich mich ein, warte und warte…. 19:00 Uhr schrieb er mir, (Name nicht bekannt) seine Telefonummer nützt mir nichts, kein (französisches) Guthaben drauf… aber egal, er schrieb mir ja deutlich wann und wo *freu*
Doch es passiert nichts, es ist bereits schon lange dunkel, ständig wuseln Personen, Autos und Besoffene die es sich in der kleinen Bahnhofshalle gemütlich machen, umher.
19:30…. immer noch keiner da…. 19:50, mir tun die Füße weh und es wird kalt….
20:15…. ich gebe auf, trotte verloren in Richtung Innenstadt, überlege mir müde einen Plan B….. bin fürchterlich sauer auf diesen Affen der mich so billig versetzt hat.
Egal, nach vorne gucken, (wenns was zu gucken gibt, denn es ist total finster) und einkeren in eine möglichst freundlich wirkende Bar. Die finde ich, werde zwar deutlich kühl behandelt aber man hilft mir: Der Tablet PC muss dringend aufgeladen werden, da aber der Akku mindestens sechs Stunden braucht, muss ich mein “Office” nun der Kneipe anvertrauen, wo er über Nacht an die Steckdose bleibt, da habe ich keine andere Wahl…
Wieder kostet mir die Aktion 3,50€, diesmal für ein kleines Bier. Muss mir echt überlegen wie ich diese Internetkosten senke…. uuufff…
Zum Glück liegt Ajaccio am Meer und hat einen Stadtstrand. Abseits, aber direkt unterhalb der mächtigen Mauern der alten Zitadelle, finde ich die nötige Abgeschied und blase meine Luftmatratze auf, beziehe meinen Schlafsack, Decke drunter und fertig ist das Himmelbett.
Trotz der wilden Brandung, die ganz schön laut ist, finde ich schnell eine innere Ruhe und schlafe ein…
Doch was ist das?
Panisch fliege ich fast aus meiner Gemütlichkeit, irgendwann Stunden später; schäumende Gischt zischt keinen Meter neben mir über den Sand, das Meer kommt und ich muss schnellstens fliehen, packe allles zusammen, lasse Schuhe und Hose weg und wate durch den niederen Wellengang um die nächste Ecke der Mauer, dort ist viel mehr offener Strand und ich baue mein offenes Lager schnell wieder auf, ganz oben an der Grasnarbe abseits jeder Flut….
Es ist fünf, und habe noch Zeit bis zur Morgendämmerung. Träume umgeben mich wieder ganz schnell….
