Einigermaßen gut finde ich den Anschluss per Anhalter aus Edinburgh hinaus, und komme recht fix weiter.
Somit verlasse ich nun Schottland, den hohen Norden Britanniens; wird aber auch Zeit, da es kälter und nasser werden soll. Ich spüre schon diese Schwere in der Luft, besonders Nachts wenns schon unter 10 Grad fällt.
Mein nächstes Ziel für heute heißt Newcastle, eine Hafenstadt im Norden Englands gelegen, eingebettet in einem Ballungsraum vieler kleinerer Vororte, gesichtsloser Wohngegenden.
Hier bin ich wieder ganz doll herzlich eingeladen, diesmal von John, einem Einheimischen der mal in Deutschland gelebt hat und mich im Network “Planet Romeo” fand.
Dehalb seine Einladung die so unverhofft in mein Mailpostkasten geflattert ist.
Doch leider musste ich vergebens warten, der Treffpunkt, ein Café am Hauptbahnhof existierte garnicht, weshalb ich davon ausgehe, dass er sich bloß vertan hat und warte am Eingang des Gebäudes eine lange Zeit.
Doch mir schwinden die Kräfte, der lange Weg, das Trampen und diese aufgeregte Stadt laugen mich aus. Ich gebe auf und muss mir nun irgendwas suchen. Hier mitten in Newcastle an diesem Freitag Abend….
Auf den abendlichen Straßen erstrahlen die vielen bunten Lichter eines der angesagtesten Nightlifemetropolen des Landes; Newcastle brummt und vibriert an allen Ecken, überall junge Leute, wummernde Bässe aus den Clubs, sowie permanent Polizeisirenen im Hintergrund. Als wenn ich hier in New Yotk wäre….
Mein Anemd aber sieht wohl etwas glanzloser aus. Vorbei an supergestylten Schönheiten der Nacht, drängele ich mich mit meinen dicken, klobigen Taschen von einem Hostel ins nächste; verzweifelt suche ich nach einem bezahlbaren Bett, stelle aber mit Entsetzen fest, dass hier jegliches Preis-Leistungs Verhältnis völlig aus den Fugen geraten ist; 25 Pfund ( 29 € ) kostet das Bett im großen Schlafsaal, mit halbdefektem Klo auf dem Flur -für alle.
Lediglich ein Angebot von 20 Pfund im letzten Hostel meiner Hetzjagt, fürs Bett lässt ein Gefühl der Gnade zu, überlege sogar noch, bin aber dann doch froh zu hören, dass alles komplett ausgebucht sei.
Somit verbrenne ich nicht mein knappes Geld und suche mir nun irgendwas. Irgendwas.
Verlorwn und mittlerweile meinen Instinkten folgend, schlurfe ich schweren Gepäcks durch die immr lauter werdenden Straßen der Partymetropole.
Vorbei an gröhlenden Kerlen biege ich ab in einem dunklen Pfad, laufe über einen großen Parkplatz weiter bis zum Ende, klettere auf ein niederes Vordach, schmeiße meinen dicken Rucksack ein Dach höher und klettere noch weiter hinauf.
Hier also soll er sein, der Ort meiner nächtlichen Einkehr.
Eine Landschaft aus Dachpappe, Schornsteinen und Giebeln, inmitten dieser lauten, rauschenden Großstadt.
Polizeisirenen, kreischende Besoffene, das würgen eines verirrten Kneipengängers sind zu hören, aber alles in recht sicherer Distanz.
Hier oben auf den Dächern dürfte ich zumimdest sicher sein, baue mein Zelt auf und mache die erste Erfahrungen des “Urban Camping”.