England / Newcastle

So sieht also die erste Nacht in England aus.
Gerade mal vier Stunden Schlaf schaffte ich hier auf dem Dach; zu viele Geräusche, zu viele Gefahren hier im Jungle der Großstadt,  viel riskanter als der tiefe dunkle Wald mit all seinen Tieren ist dieses Reich der Menschen hier…
Das archaische Brüllen besoffener Jugendlicher, ganz in der Nähe -bis um drei Uhr, deutet auf den zivilisatorischen Zustand der jetzigen Lage.
Zerlumpte Stadtstreicher aus der Suche nach Zigarettenkippen, machen die Sache auch nicht sicherer.
Deshalb ist es auch so unpassend, sich einfach in den nächsten Park zu betten. Dort treiben sich in allen Städten immer die seltsamsten Gestalten herum.
Ein Überfall auf mein Zeltlager ist da sicher nicht unmöglich,  da sind mir die Wildschweine als nächtliche Besucher lieber, mit denen kann ich umgehen, die sind besser einschätzbar….

Kaum wird es wieder heller, baue ich schon das Lager ab. Ich bin überraschend fit heute morgen, die Sonne scheint sogar und mache mich auf den Weg durch die frühmorgentliche Stadt, schaue mir alles an, esse bei MacDonalds und genieße die Zeit hier.
Gegen späten Nachmittag,  verlasse ich mit einem Vorortbus das Zentrum und versuche den Zugang zur Autobahn zu finden, der gut 15 Kilometer außerhalb liegt.
Nach langer, langer Suche,  durch endlose, eintönige Wohn und Gewerbegebiete, schaffe ich es dann endlich zu diesem Rasthof, wo viele Autos Richtung Süden fahren und diese sich auch anhalten lassen.
Doch wieder ist der Tag vorüber und ich schlage mich in den dichten Wald neben der Tankstelle, weit genug um etwas geschützt im Dickicht für heute Feierabend zu machen.
Im Streulicht der letzten Sonnenstrahlen und dem fernen Rauschen des Motorways, genieße ich jetzt die Ruhe und esse ordentlich Chiabattabrot mit Pesto.

Morgen will ich dann nach York trampen…

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