Das Hostel hat nur 15 Pfund gekostet, zusammen aber mit all dem Essen bin ich schonwieder 25 Pfund losgeworden.
So allmählich schwinden meine üppigen Reisegroschen aus Schottland, jene milde Großspende in Anerkennung meiner Arbeit auf der Hare Krishna Farm. Ja, so sparsam war ich bisher gewesen, aber irgendwann ist mal schluss; nur ein dünnes Überbleibsel ist vom Batzen schottischer Banknoten übrig.
Ich muss nun wieder eine Couch finden, um jenes kleine Bündel zu schonen.
Statt wie immer in stundenlangen Internetsitzungen bei Mac Donalds WiFi, immer die vertraute Akustik einer geschäftigen Burgerproduktion im Hintergrund hörend, versuche ich mein Glück mal ganz praktisch, im “Gay Village”, einem ganzen Viertel voller Schwulenkneipen hier in Manchester, wo eine Regenbogenflagge neben der anderen im lauen Wind des Milden Abends weht… dort treffe ich Thomas, der sich auch nicht lang bitten lässt, mich mit Sack und Pack zu sich nach Hause zu nehmen.
So lande ich diesmal in einer großen Wohnung, die wie die meisten hier in der Stadt, von mehreren besiedelt ist.
Naja, so mittlerweile dürfte es dem lieben Leser meines Reisetagebuchs aufgefallen sein, dass ich so ziemlich garnicht bei weiblichen Gastbebern in letzter Zeit unterkam…. der Grund ist zum einen halt eine gewisse Scheu, mich als “Kerl” mal soeben ins Haus einzuladen. Anderseits geht sowas bei Couchsurfing, der gelobten Gastfteundschaftsplatform im Internet, durchaus, doch diese ist -wie ich ja schon beschrieben hatte, dem Kollaps nahe und nur selten hilfreich.
Somit surfe ich nun über den Regenbogen, mit dem Homo – Netzwerk “Planet Romeo” über die Couchen dieses Landes, was allemal besser funktioniert; einfach einloggen, schauen wer online ist umd anschreiben. Meistens bekomme ich schon nach Minuten eine Mail… und mit etwas Glück findet sich so eine kostenlose Übernachtung bei einer netten Schwester im Ort.