England / London

Lololololondon…. willkommen, -oder eben nicht wilkommen in der ungastfreundlichsten Stadt der Welt, … sofern man zumindest kein oder wenig Geld in der Tasche hat.
Tja, so hänge ich nun praktisch vor den Toren der Megastadt, nahe dem Vorort Watford auf diesem riesigen Anwesen.
Hare Krishna heißt es mal wieder, allerdings nicht so enthusiastisch wie einst, diesmal eher verhalten und still; zwar kann ich hier die kalten Nächte im Zelt verbringen und werde wieder mit Unmengen typischer Veggi-Kost a la Krishna versorgt, muss aber -was natürlich auch nicht falsch ist, doofe Handlangerjobs verrichten,  um mir eben jenes zu verdienen.
Leider unterscheidet sich dieses Krishnazentrum erheblich von dem Schottischen,  wo ich noch vor etlichen Wochen die halbe Farm abholzen durfte; hier ist nicht nur alles viel riesengrößer, sondern auch viel, viel professioneller.
Den erhofften Job als Baumfäller oder Heckenschneider (was ja mein “Skill"ist) habe ich hier bisher nicht finden können,  trotz üppigen Baumbestandes und Parkanlagen vom gewaltigen Ausmaß.
Der Grund ist das es hier (nahe London) einfach unglaublich viel Geld gibt, mann bestellt einfach eine Fachfirma und zahlt viele tausend Pfund. Fertig.

So erblicke ich sauber gestutze Bäume und Hecken, meterhoch… tja und meine Wenigkeit darf somit dann beim Unkrautzupfen mithelfen.

Dennoch bin ich begeistert von der Größe des Anwesens; gut 50 "Devotis” (Krishna-Gläubige in orangen Gewändern) leben direkt hier, meist 30 Freiwillige Farmarbeiter/rinnen sind ständig vor Ort und immer wieder zahlreiche Helfer wie ich: Unterkunft oder Zeltplatz + jede Menge gutes, indisches Essen für irgendwelche Lotterarbeiten.
Zudem macht der Verein noch satte Gewinne, die von jährlich 50.000 Besuchern, fast nur Inder aus London, die hier einen Hinduistischen Tempelraum inklusive Dutzender “heiliger” Kühe vorfinden und dafür ordentlich zahlen, den wohlgenährten Wiederkäuern bündelweise Kräuter zu kaufen, um diese zu verfüttern.
Sowas bringt dem gläubigen Hindu Glück.

Jaja, es ist schon ganz interessant hier, aber Lasmahagow war damals ganz anders, viel familiärer. Dort habe ich Freunde gefunden und wurde wirklich gebraucht.

Morgen aber gehts dann wieder weiter,  endlich rein in dieses verdammte London, wo ich bis jetzt noch immer keinen Gastgeber für eine kostenlose Übernachtung fand… ja, ausgerechnet in dieser Stadt mit ihren 9.000.000 (neun Millionen) Einwohnern,  von denen scheinbar niemand bereit ist mir seine Couch zu überlassen,  just for one night…

London ist nunmal ein extrem hartes Pflaster; die meisten seiner Bewohner,  teilen sich die kleinen Appartements um die wahnsinnigen Mieten zahlen zu können.  Deshalb herrscht hier nicht nur ein gewaltiger Platzmangel, sondern auch chronischer Zeitmangel; die armen Londoner müssen pausenlos ran, oft zwei, drei Jobs machen um den immer schlimmer werdenden Mietwucher ihrer stolzen Stadt zu wiederstehen; der schlägt sich nahezu in allem nieder: Hotels, Restaurants,  Friseure,  einfach alles muss an die völlig gewissenlosen Hauseigentümer zahlen, die sich mit ihren simplen Immobilien doof und dusselig verdienen.  ….Verdienen ?

Doch komischerweise wollen alle in diese Stadt. London wächst  und wächst;  um eine Million Einwohner hat die Stadt  in den letzten 12 Jahren zugelegt, und es geht immernoch weiter; halb Indien will nach London ziehen, halb Afrika aber auch und mittlerweile haben nicht wenige von denen auch noch genug Geld dafür.
Tja, aber auch der kleine Jens mit seinem dicken Rucksack will unbedingt in diese schreckliche Stadt, die garantiert nicht auf ihn wartet….
Somit versuche ich das Abenteuer London jetzt möglichst schmerzlos hinter mich zu bringen; ganz spießig habe ich nun gebucht, ein Hostelbett für 12 Pfund.

– Um mir eine ungemütliche Nacht im Hyde Park zu ersparen…

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