Tja, so kommt es dann. Ich laufe in die Nacht hinein, zwar in wunderschönen Farben die der spätabendliche Himmel wie ein Versuch der Wiedergutmachung präsentiert, aber gründlich abgekämpft, bis zum nächsten Ort, dem Städtchen Zahara an der Küste.
Stockdunkel ist es nun, die Autos schneiden mich, hupen lang und mahnend, da die Nummer jetzt wirklich gefährlich wird; nicht mal im Ansatz sind irgendwelche Vorkehrungen für Radfahrer eingerichtet, kein Zentimeter Randstreifen auf dieser eigentlich neu ausgebauten Lockalstraße. Alle paar Minuten muss ich mit dem ganzen Wanderwagen seitlich die Böschung runter wenn ein Auto mir entgegen schmettert, ganze zwei Kilometer treibe ich diesen Spießroutenlauf bis Zahara endlich erreicht ist.
Welch ein Wahnsinn; wer ohne Auto heute auf dieser Welt meint unterwegs zu sein, soll spüren wer überall das Sagen hat; das Automobil nimmt mehr und mehr seinen Platz auf dieser Welt ein, irgendwann “müssen” alle Menschen oder können wir nur noch Auto fahren. Kein Platz mehr fürs Fußvolk, kein Platz mehr für bald 10 Milliarden Menschen? – Wegen mehreren Milliarden Autos?
Ich spüre es schon jetzt wie es der Welt in Zukunft ergehen mag. Platz für 10 Mrd Menschen gibt es noch auf der Erde, aber nicht für mehrere Mrd Autos…. (schon heute “bevölkern” über 1 Mrd Autos den Planeten, Tendenz: Stark steigend)
Am Strand versuche ich noch einmal mein Glück, es ist kalt geworden, ich bin verschwitzt und fühle mich klebrig, lege mich in den weichen Sand, flüchte aber schnell wieder; der Wind fegt den Sand förmlich in die Haut. Ich drehe und winde mich, aber keine Chance.
Der Wanderwagen knistert im Getriebe, überall Sand, überall….
Der Wind treibt mich geradezu ins Hostal; 30 Euro zahle ich, mir ist alles egal jetzt.
Doch dann dieses Zimmer: Ein Traum, ein ganzes Zimmer für mich. Kein Wind, kein Sand, keine Kakteen, keine Zäune, keine Hunde, jaaaaa ich dusche mich heiß ab, mindestens 20 Minuten lang.
Einmal ins Hotel, einmal…. denn einmal ist keinmal.