Italien -Region Toskana- (10.10.2014)
Nachdem die Ochsentour von San Marino nach Rimini, dann nach Forli (Falschinformation eines angeblichen Fernbusses der von dort aus führe…) über Faenza, anschließend nach Florenz und endlich zuletzt dann bis Prato führte, war der ganze (!) Tag vergangen. Stundenlange Wartezeiten an den schäbigen Provinzbahnhöfen und völliger Irrsinn wegen komplett falscher Angaben zu den Bahnsteigen, verschlimmert die ohnehin umständliche Tour dramatisch.
In Italien braucht man unglaublich, ja extrem viel Zeit wenn es mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Reise geht. Dafür sind die Züge und Busse allerdings bekanntlich billig.
Jaja, aber für 100 km Luftlinie von San Marino bis Prato ca neun Stunden zu benötigen, lässt mich dennoch eher an Afrika denken als als an eine hochentwickelte (…) Nation im Süden Europas…
Irgendwann komme ich müde in Prato an, dieser Stadt ca 15 km weiter nördlich von Florenz gelegen, die deshalb auf meiner Reiseroute liegt, weil sie wegen ihrer vielen Chinesen so interessant ist.
Dazu aber später mehr, zuerst treffe ich Marco, der mich hier zwei Tage aufnimmt, und mir ein Zimmer im Dachgeschoss eines Familienhauses inmitten der Stadt gibt.
Vollpension inklusive, stopft er mich mit reichlich Pasta Genovese voll. Essen konnte ich heute kaum, da an den scheußlichen Bahnhöfen, oft außerhalb der Stadtzentren gelegen, nur diese Mafiösen Monopol-Imbisse ihre fürchterlich überteuerten, schlechten billig-Snaks verkaufen…. 4,50€ z.B. für ein winziges, laffes Sandwich…. und Gott erbame mich, eine trockene Pizzakante für 1,70€… verschlinge ich wie ein wildes Tier innrhalb weniger Sekunden… wohl bekommts..
Am nächsten Tag, sind all diese Querelen vergessen, ich entspanne im Stadtzentrum und finde das Wahrzeichen der Stadt. Kein Chinesen-Tempel, sondern dke Kathedrale mit ihrer Italienweit einzigartigen Außenkanzel.
Dort sollte mal einst das Heiligtum, der Gürtel von Mama Maria verkündet und vorgezeigt werden. Lang ist’s her, aber interessant; Maria, die Mutter Jesu zog ja einst komplett in den Himmel, ohne je was materielles von sich zu hinterlassen, lediglich dieser Gürtel aus Pferdehaar von ihr selbst geflochten, fand über historisch/mytologisch verstrikten Wegen nach Prato.
Auch im Innern erzählen sehr aufwändige Deckenmalereien die jüngst restauriert, ganz besonders prächtig strahlen, auch wenns drinnen so düster ist, dass ich im Kontrast zu den hellen Fenstern kein brauchbares Foto hinkriege, bin ich begeistert.
(Bild: Kathedrale von Prato mit ihrer einzigartigen Außenkanzel)