Frankreich -Region Limousin- (30.06.2014)

Und wieder bergauf mit 20 Kilo auf den Schultern; das nasse Zelt wiegt jetzt noch mehr… ob ich oben an der Straße nun wieder Trampen werde?

Erstmal ankommen…. Der Limousin ist eine echte Waldregion, wie kann man authentischer hier die Nacht verbringen als eben  im tefen Busch…?

Frankreich -Region Limousin- (30.06.2014)

Tropfnass ist hier nixht nur mein Zelt an diesem Morgen, auch an den Zweigen hängen lang die Moosfäden. Da lobe ich mir mein tolles, doppelwandiges Zelt, was mich über die Nacht so herrlich trocken hielt.
Doch wenn da nicht die ganzen wiederlichen Nacktschnecken wären…

Insgesamt 17 Daumendicke Eckel-Kriecher zähle ich, die sich -natürlich außen, am Zelt festgesaugt haben….

Frankreich -Region Limousin- (30.06.2014)

Zwei Kilometer hinaus aus dem Walddorf Eymotiers bin ich gestern noch bis hier in den tiefsten “Regenwald” geraten.
Weit abgeschieden wollte ich sein, folgte dem immer währenden Rauschen des großen Flusses, der sich durch Eymotiers hinaus in die Wildniss windet. Erreicht habe ich ihn nie, zu steil gehts hier hinunter, ich rutsche schwer beladen mit meinen Taschen einige Meter das fluffige Moos hinab, halte mich an einem Baum und entschließe mich hier auf halber Höhe das Lager aufzuschlagen; ein wohl immerfeuchtes, Mossgrünes Regenklima, etwas düster aber irgendwie geheimnisvill verwunschen, umgiebt mich.
Eine Art Regenwald mitten in Europa, das ist der Limousin, Frankreichs Waldreichste Region. Da bin ich jetzt und schlief wunderbar im Schutz meiner fabelhaften Ausrüstung; das Abschleppen mit Sack und Pack hat sich also wieder mal gelohnt.

Frankreich -Region Limousin-  (29.06.2014)

Wobei in Eymoutiers 2000 Einwohner leben, kann dieser Ort noch gut als Dorf bezeichnet werden, vielleicht eher als “Großdorf”, in dem halt jeder, jeden kennt. Hier im Bild finde ich besonders die  über 300 Jahre alte Bibliotek ganz spannend; bei den auch im Sommer häufigen Regenfällen hilft sie zumindest auch als Witterungsschutz ganz gut. Ich habe es erfolgreich probiert.

Doch meine Erkundungen halten sich in Grenzen; Trampen ist fürchterlich energiezehrend, und ich sehne mich bald “irgendwo” zu liegen… es ist bereits schonwieder fünf Uhr… wo die Zeit nur bleibt…?

Frankreich -Region Limousin- (29.06.2014)

Eymoutiers finde ich genau passend für heute, da ich noch eine Nacht draußen verbringen muss, bevor ich morgen in der noch 44 km entfernten Regionalhaupstadt eingeladen bin.
So schwint auch plötzlich wieder die Sonne, die Straßen des lieblichen Ortes gleißen im sommerlichen Regendunst. Laune kommt auf mal kurz das Dorf zu erkunden….

Frankreich -Region Limousin- (29.06.2014)

Per Anhalter schaffe ich es noch rwcht gemütlich bis ins Herz des Limousin, in den Ort Eymoutiers, mitten im Nirgendwo.
Wie gesagt ist Trampen in Frankreich an sich kein Problem, wenn da nicht diese Sprache wäre…. da ich ja ernsthaft alle Länder der Welt durchstreifen will, nimmt jeder an, ich könne gleich ein ganzes Dutzend Sprachen… weit gefehlt, lediglich Englisch, und das auch noch einigermaßen passabel  kann ich vorweisen.
Egal, zumindest bis hierhin habe ich es geschafft, mit viel gestammel und reichlich verbaler Handarbeit während der Überfahrten per Anhalter in einer Englisch/Deutsch-freien Atmosphäre. Dann regnet es natürlch auch mal wieder hier in Eymoutiers (Bild) und ich warte erstmal ab…warte und warte…

Fankreich -Region Limousin- (29.06.2014)

USSEL (gesprochen: Üssel) ist mein Eingangstor zum Limousin. Hier an dieser typisch, Französischen Geschäftsstraße finde ich auch eine Kneipe mit WiFi, um hier auch immer schön alles posten zu können.
Außerdem scype ich möglichst oft mit meinem Freund Georg und Mama in der lieben Heimat.

So eine Onlinesitzung an meinem Tablet-PC dauert mindestens zwei volle Stunden…

Für was man im Wanderleben so alles Zeit haben muss……!?

Frankreich -Region Limousin-   (29.06.2014)

Ussel, mit 17.000 Einwohnern ein unbekanntes Provinznest, liegt weit in den nördlichen Ausläufern des Zentralmassives gelegen, somit fast in Frankreichs Mitte.

Den LIMOUSIN, die Region in der Ussel liegt, dass mir als erster größerer Ort ein Eigangstor dient, bereise ich nun in der Vollendung meiner “systematischen” Reise durch Frankreich, das ja ein “Schwerpunktland” mit seinen 22 Regionen ist.
Auf dem Jakobsweg im Jahr 2012, wo ich fussläufig 11 Regionen erwandert hatte, und weitere sieben, die ich dieses Jahr noch erkundete, habe ich somit schon 18 Regionen.
Wegen meines damals entzündeten Fußes, brach ich den Weg von England (2013) in die Bretagne ab und hole dies nun jetzt nach.

Mit 17.000 Quadratkilometer ist der Limousin genau halb so groß wie Nordrheinwestfalen, hat aber noch nicht einmal 5 % seiner Einwohnerzahl: Die 745.000 Menschen verlieren sich hier in den geschwungenen Weiten, trinken gern Apfelwein und essen das edle Fleisch ihrer “Limousin-Rinder”, die hier überall auf den bergigen Weiden zu sehen sind.

Als “Möchtegern Vegetarier” tue ich mich eher schwer das mal zu probieren…. wobei auch die entsetzlichen Preise in den eigentlich einfachen Restaurants, da einiges beisteuern meine Finger davon zu lassen…

Frankreich -Region Limousin-  (29.06.2014)

Heute in Ussel lasse ich mir einfach Zeit. Zwar will ich eigentlich schnell nach Limoges (die Haupstadt des Limousin) doch warum so schnell?
Außerdem bin ich erst für morgen dort verabredet, Couchsurfing sei dank 🙂

In Ussel finde ich zum Glück (!) einen kleinen Supermarkt, was eigentlich sehr überraschend ist; Sonntags ist hier normalerweise niemals irgendwas geöffnet und ich müsste an den Häusern um was zu Essen fragen (kenne ich noch vom Jakobsweg..)
Aber dann kommt sogar noch die Sonne hervor… ich finde eine halbwegs trockene Bank und lasse mich samt schweeeeres Gepäck nieder….. Dosenravioli, hartes Brot (mögen die Franzosen komischerweise) und Leitungswasser sollten mich über den Tag bringen.