Frankreich  – Pays de la Loire –  (01.07.2014)

In der Kirche der schiefen Säulen… wenn man genau hinschaut; die Kirche vom Kloster Saint Vincent steht aber fest und sicher, wenn auch optisch etwas verzogen. Aber was all die Jahrhunderte stand, steht wohl auch noch übermorgen.

Frankreich ist nach meinem Ermessn, das Land mit den wohl spannensten Kathedralen.

Frankeich  -Region Pays de la Loire- (01.07.2014)

Wie viele Kreuzgänge ich seit dem großen Jakobsweg schon gegangen bin…?
Doch immer wieder ist es ein ganz individueller, so wie eben all diese Kathedralen und Kirchen landein, landaus…. hier in Saint Vincent lasse ich mich wieder treiben, vergesse mal das turbulente Wanderleben in diesen Gefilden wo es scheinbar keine Zeit zu geben scheint…..

Frankreich   -Region Pays de la Loire-  (01.07.2014)

Und da isser…. der recht Kamerascheue Orme, mein Gastgeber hier in der südlichen Pays de la Loire.
Wir kennen uns schon lang, wenn auch erst über Facebook seit meines Jakobsweges… doch wir hielten Kontakt und siehe da, meine “Via Terrestris” führt mich glatt durch seine Heimat…

Frankreich  -Region Pays de la Loire-  (01.07.2014)

Uralte Gemäuer, wie hier wo einst der Speisesaal vor und seit Jahrhunderten der Mönche gelegen war… 900 Jahre sind diese Fassaden alt…  wie mikrig ich mir mal wieder vorkomme, -und das ist auch gut so… so eine große Welt um einen herrum, hat doch auch was für sich.

Frankreich  -Region Pays de la Loire-  (01.07.2014)

Ein voller Tag heute, muss ich wohl sagen; Orme zeigt mir noch seinen Lieblingsplatz: Die Abtei Saint Vincent im Nachbardorf.
Ormes ist sehr Kulturbetont und historisch interessiert, was mir gefällt. Eine 900 Jahre alte Abtei inmitten einer Gartenähnlichen Großlandschaft, voller Blumen und Kräuter an einem malerischen Fluss gelegen, passt als authentischste Einführung zur Kultur der Pays de la Loire sowas von genial….

Frankreich  -Region Pays de la Loire- (01.07.2014)

Auch was bei uns ja “an den Bäumen wächst”. Fleischzucht, hier mal Enten, ist auch und ganz besonders in Frankreich verbreitet; zum Sterben ins Leben gerufen, wenn auch letztlich so lecker, Französisch zubereitet; rosa, zarte Entenbrust mit gutem Rotwein….
Jaja, wenns den nur wirklich an den Bäumen wüchse…
Wenn ich könnte, wäre ich schon gestern Vegetarier geworden.

Frankreich  -Pays de la Loire- (01.07.2014)

Na was ist das denn???
Nee, nicht in Afghanistan bin ich hier gelandet, sondern tief in Westfrankreich, wo Mohnfeldbau für die Pharmaindustrie betrieben wird.
Orme erzählt mir, dass Morphine daraus entstehen.
Naja, irgendwo muss sowas ja wachsen… ist mal was anderes…

Frankreich  -Region Pays de la Loire- (01.07.2014)

Eine neue Region, ein neues Land: ich bin nun in der PAYS DE LA LOIRE, was übersetzt “Länder der Loire” heißt und ein Zusammenschluss der Provinzen längs ihrers Unterlaufes zum Atlantik daestellt.
Die Loire ist der längste Fluss in Frankreich und bekannt für ihre Chateaus und Weißweine. Aber meistens ist die Gegend vom intensiven Feldbau geprägt, so weit das Auge reicht…. 32.000 Quadratkilometer ist dieses Land groß, so viel wie ganz Belgien, uns mit 3.6 Millionen Einwohnern so groß wie Berlin. Mit Nantes, Angers, und Le Mans gibt es hier gleich drei  Großstädte, die sich weit übers endlose Ackerland verteilen.

Oh ja, die Pays de la Loire ist schon ein sehr Französisches Stückchen der “Grande Nation”, nicht so “gern” weit ab wie noch der Limousin, oder die Provence Cote Azur, oder die Insel Korsika…. hier bin ich weider mittendrinn, wenn auch eben anders; hier bin ich mittendrinn eben an der Loire, einem der vielen Herzen Frankreichs…

Frankreich  -Region Pays de la Loire- (01.07.2014)

Kurz hinter den Grenzen der neuen Region liegt Oulmes, ein 760 Einwohnerdorf, wo das allerdings baufällige Haus meines Gastgebers steht, -und das schon seit über 250 Jahren; ein typisch Französischer Landbau in dem mal riesengroße Familien einst lebten, in Zeiten wo nicht alle unbedingt in die Städte wollten, so wie heute, weshalb hier auf dem weiten, sanft gewellten Land Westfrankreichs noch so viele alte Landhäuser für ein “Appel und ein Ei” zu haben sind…
Verlassen und teils verfallen finden diese ehrwürdigen Massivbauten dann doch wieder einen verantwortungsvollen Besitzer mit reichlich Tatkraft, wie eben Orme, der hier seit 15 Jahren allein wohnt, viele Zimmer, einige Höfe und einen Parkähnlich großen Garten in Schuss hält.
Naja, was so mancher mit Anfang 60 sich so zumutet… nahezu jedes der vielen, großen Zimmer gleichen einer totalen Baustelle. Im welchen Jahrhundert er das noch alles fertig kriegen will, steht wahrlich in den Sternen über der Pays de la Loire geschrieben….