… 1400 Kilometer über den wilden Atlantik …

Wieder ist einiges an Zeit vergangen,  einiges an Zeit ohme zuverlässigen Internetzugang…. es gibt schlimmeres,  die Überfahrt von Cadiz war einfacher und ruhiger als ich dachte. Wobei es echt alles andere als ruhig aus hoher See zuging, doch Angst hatte ich nie, im Gegenteil,  wo andere tief im Bauch des mächtigen Schiffes Schutz suchten, begab ich mich lieber ins Freie, auf Deck, wo  Windstärken um die 120 nur so fegten…. unglaublich,  welch eine aufgebrachte Laune diesen Ozean  aufwühlt, irgendwie aber nicht mit solcher Wut wie man es aus den Filmen kennt, wo große Klipper an Monsterwellen zerbrechen. … (aber solche Gedanken kommen halt)
Ich fühle mich sicher, sicher weil ich es merke wie unter den Füßen,  wankend viele tausend Tonnen sich durch die meterhohen Wogen des tiefen, dunklen Wassers pflügen.
Es ist anstrengend bei diesem Sturm und Seegang, einigermaßen relaxt über die Reeling zu schauen und zu versuchen, in die bedrohlichen Tiefen des Atlantiks zu schauen der mit vier Kilometer tief genug hier ist, um gleich einen der ganz hohen Berge der Alpen vollständig zu verschlingen.  Auch tief genug um dieses Schiff in einem Schluck als Nussschale zu vertilgen…. doch es schwimmt einfach obendrauf weiter….

Während einige (vor allem weibliche) Passagiere die stark wankenden Nächte mit einer Plastiktüte neben dem Schlafplatz verbringen, merke ich statt Seekrankheit eher unbändiges Hungergefühl, speise, esse, verzehre pausenlos alle Vorräte die ich vorausschauend und reichlich in Cadiz besorgte und habe immer mehr Hunger….
Nicht jur daß ich mich schon schäme, auch das Portemonnaie muss nun büßen;  hier auf dem Schiff gelten Höchstpreise. Das Leitungswasser hier schmeckt grauenhaft,  wahrscheinlich weil es schonmal getrunken,  wieder aufbereitet auch nur zum Händewaschen taugt. Zum Glück hat mein Magen keinen Ärger gemacht, da ich immerhin einen Liter davon aushalten musste, bevor ich aufgab und das extrem teure Mineralwasser an der Bar kaufte…

Schlafen konnte ich auf dem Boden zwischen den Sitzen in einem der Räume die eher an einem Kino erinnern,  anstatt in den Kabinen. Dort aber befürchte ich dem Schnarchen irgendwelcher Mitreisender auf engstem Raum völlig ausgeliefert zu sein; die Wahl des riesengroßen Gemeinschaftssaals ist da besser, hier sind nur wenige und zwischen den Sitzen ist genug Platz für die Luftmatratze.

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